Chiemgau – Bereits zum zweiten Mal muss das Gautrachtenfest des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht und Sitte abgesagt werden. Nachdem es im Vorjahr den Trachtenverein „D’Gamsgebirgler“ Schleching erwischte, musste jetzt der Trachtenverein „D’Koasawinkla“ Reit im Winkl seine mehrjährigen Vorbereitungen beenden. Wie es mit den Gaufesten weitergeht, stimmten bei einer virtuellen Zusammenkunft die Vorstände der 23 Mitgliedsvereine ab.
Zu der Online-Sitzung lud Gauvorsitzender Miche Huber aus Rottau ein und bedankte sich beim Trachtenverein Reit im Winkl für die Arbeit. Bis zuletzt bestand laut Huber Hoffnung, das Gaufest als Höhepunkt der Chiemgauer Trachtler doch durchführen zu können. Aber letztlich mussten sich die Gauschützen den Ratschlägen der Medizin und den Auflagen der Politik beugen.
Wallfahrt eventuell
auf Juli verschieben
Das Gaufest ist aber nicht die einzige Veranstaltung des Chiemgau-Alpenverbandes. Traditionell beginnt das trachtlerische Jahresgeschehen mit der Bitt- und Dank-Wallfahrt nach Raiten im Chiemgau an Christi Himmelfahrt, heuer am Donnerstag, 13. Mai. „Eine Absage wollen wir zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht machen, aber einen Plan B haben wir schon. Sollte es im Mai noch nicht möglich sein, dann haben wir vor, die Wallfahrt am ursprünglichen Gaufest-Sonntag, 25. Juli, nachzuholen“, so Huber. Der Vorstand habe sich einen Monat Vorlauf zur Entscheidung vorgenommen.
Festgehalten wird am geplanten Gauball am Freitag, 29. Oktober, im neuen Saal von Unterwössen. Eventuell soll an diesem Abend ein Dirndldrahn-Wettbewerb stattfinden. Ein reduziertes Gaupreisplatteln soll im Dialog mit den Gauvorplattlern und mit der Gauvortänzerin ins Auge gefasst werden, voraussichtlich in Reit im Winkl.
„Bierbänke mit Plexiglas-Scheiben und Masken, das können wir uns nicht vorstellen“, so Huber weiter. Deswegen soll es eine neue Reihenfolge für die Gaufeste geben. Der Vorsitzende bat die Vereins-Vorstände um Zustimmung, dass sich die Vereine, die bereits jetzt für die kommenden Jahre eine Gaufestplanung kundtaten oder hatten, eigens zusammentun, um die neue Reihenfolge zu besprechen. Zu diesen Vereinen gehören Schleching, Reit im Winkl, Übersee, Hohenaschau, Feldwies, Marquartstein – 2026 könnte dort der 100. Geburtstag des Chiemgau-Alpenverbandes gefeiert werden – und Greimharting. Bis zur Gaufrühjahrsversammlung 2022, die beim Trachtenverein „D’Griabinga“ Hohenaschau stattfinden soll, ist eine Lösung gewünscht.
Gwand-Initiative
im späten Frühjahr
Eine „Gwand-Initiative“ aus den Reihen des Gauvorstands kommentierte Vorsitzender Huber mit den Worten: „Es steht doch nichts dagegen, auch ohne offiziellen Anlass und privat unser bestes und schönstes Gwand, die Tracht, anzuziehen.“ Die Gaubrauchtumswartin Anja Voit aus Oberwössen und Gautrachtenwartin Lisbeth Tengler aus Übersee haben für die Sonntage, 2. und 16. Mai, die Aktion „Schneidig beinand, mit Lederhos’n und Dirndlg’wand“ geplant. Dabei soll die Freude am Tragen und Herzeigen der Tracht im Vordergrund stehen und sichtbar werden.
Vereinbart wurde außerdem, dass die im Herbst anstehenden Neuwahlen um ein Jahr verschoben werden. Die Herbstversammlung für die Delegierten wird am 15. Oktober beim Ameranger Trachtenverein „Chiemgauviertler“ sein, dieser Verein hat heuer seinen 100. Geburtstag. hoe