„Gemeinden ziehen an einem Strang“

von Redaktion

Gemeinderat Prutting besorgt über Suche nach Endlager für hoch radioaktive Abfälle

Prutting – „Atommüll-Endlagersuche in Deutschland; Östlicher Gemeindeteil von Prutting als möglicher Standort für ein Endlager von hoch radioaktiven Abfällen ausgewiesen“. So lautete ein Tagesordnungspunkt der jüngsten Pruttinger Gemeinderatssitzung und auch im Gemeinderat in Stephanskirchen war die Endlagersuche ein Thema. Kommt also auf die Region nach der Brennerstrecke ein zweites umstrittenes Großprojekt zu?

Konkreter
Vorschlag erst 2031

Die Informationen, die Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU) in Prutting dazu zu geben hatte, hängen das Ganze jedoch deutlich tiefer. Demnach wird ein konkreter Standortvorschlag erst im Jahr 2031 ermittelt worden sein, momentan stehen bundesweit nur etwa 50 Regionen fest, in denen ein solches Endlager aus geologischer Sicht theoretisch möglich sein könnte. Der Landkreis ist dabei eine dieser möglichen Regionen, es wären davon etwa 16 Gemeinden betroffen, am Rande auch Prutting und Stephanskirchen.

Für die rund 50 theoretisch möglichen Regionen in ganz Deutschland wird in den nächsten Jahren nun die tatsächliche Tauglichkeit überprüft, in der ersten Phase geht es dabei nach wie vor erstmal um die rein geologische Eignung: Wo gibt der Untergrund bei näherer regionaler Untersuchung auch wirklich das her, was man bei der Grobfestsetzung der Gebiete vermutet hatte? Alle oberirdischen Verhältnisse bleiben dabei zunächst unberücksichtigt, die werden Gegenstand der zweiten Phase ab 2026 sein. Dann wird man untersuchen, in welchem Lebensraum die von der Geologie her geeigneten Gebiete eigentlich zu liegen kämen und ob eine Verwirklichung in diesen Arealen überhaupt möglich wäre.

Die regionalen Untersuchungen stehen also erst ganz am Anfang, dennoch haben Landkreis wie die beteiligten Gemeinden diese kritisch „auf dem Schirm“. So wurden die Gemeinderäte in Prutting und Stephanskirchen von ihren Bürgermeistern darüber informiert, dass es zwischen den einzelnen Gemeinden und dem Landkreis eine enge Zusammenarbeit gäbe. Der Landkreis, so habe Landrat Otto Lederer (CSU) in einer Videokonferenz Ende Januar den Bürgermeistern versichert, sei an allen zukünftigen Fachgesprächen durch einen eigenen Geologen vertreten. Dieser war schon bei den ersten entsprechenden Fachkonferenzen zu Jahresbeginn dabei.

Konferenzen
sind öffentlich

Auch in Prutting selbst wird die Entwicklung in den Fachgesprächen aufmerksam beobachtet. Wie auf der Gemeinderatssitzung deutlich wurde, hat sich dort Daniela Klinginger, Pruttings Bauamtsleiterin, dieses Thema zu eigen gemacht und verfolgt den Diskussionsfortschritt. Dies ist, wie sie erläuterte, auch jedem einzelnen Bürger möglich, denn die Konferenzen sind öffentlich, sie können übers Internet mitverfolgt werden. Alles in allem, so konnten Johannes Thusbaß aus Prutting und sein Kollege Karl Mair (Parteifreie) aus Stephanskirchen ihren Gemeinderatsgremien mitteilen, sei sichergestellt, dass der Landkreis mit seinen betroffenen Gemeinden hier an einem Strang ziehe und deshalb schon von Anfang an alle regionalen Belange zu Gehör gebracht würden.

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