Stets engagierte Fotografin und Kommunalpolitikerin

von Redaktion

Elfriede Strasser (67) aus Tattenhausen verliert Kampf gegen Krebs – Großer Einsatz für Flüchtlinge im Ort

Großkarolinenfeld/Tattenhausen – Kamera immer in Griffweite, sehr engagiert und hilfsbereit – so kannte man Elfriede Strasser in Tattenhausen und Großkarolinenfeld. Nun hat sie den schon einmal gewonnen geglaubten Kampf gegen den Krebs doch verloren, Elfriede Strasser starb mit 67 Jahren. Sie hinterlässt ihren Mann Herbert und ihre Tochter Nicole.

Sie war eine engagierte und unabhängige Kommunalpolitikerin in Großkarolinenfeld und im Landkreis. Elfriede Strasser war von 2002 bis 2020 Gemeinderätin in Großkarolinenfeld, war dort zwölf Jahre Sportreferentin und ebenfalls zwölf Jahre im Ausschuss für die Ortsentwicklung tätig. „Sie war ein absoluter Aktivposten“, sagt Bürgermeister Bernd Fessler. Elfriede Strasser sei eine sehr engagierte Arbeiterin gewesen, die gerne geholfen und mitgemacht habe. „Elfriede war immer da“, so Fessler.

Dieter Kannengießer, Vorsitzender des Kreisverbandes Parteifreie/ÜWG, schätzte ihre menschliche Art und ihr Motto „Kommunalpolitik ohne Parteibuch“. Seit 2010 war Elfriede Strasser als Schriftführerin im Kreisverband tätig.

„Die Vereine lagen ihr immer sehr am Herzen“, so Bernd Fessler, Elfriede Strasser habe sich auch im Gemeinderat immer für sie ausgesprochen. Bei den Veranstaltungen der Tattenhausener Vereine war Elfriede Strasser immer dabei, war aktive Schützin und Vorstandsmitglied beim Wasserbeschaffungsverband. Und sie sorgte über Jahrzehnte als Tattenhausen-Korrespondentin und freie Mitarbeiterin dieser Zeitung dafür, dass ihr Heimatort ins rechte Licht gerückt wurde. Aber nicht nur das. Wenn die Redaktion ein gelungenes Foto aus ihrer Umgebung brauchte, war Elfriede Strasser immer bereit, auszurücken. „Sie war eine Fotografin für alle Anlässe“, bestätigt auch der Bürgermeister.

Auch im kirchlichen und sozialen Bereich war Elfriede Strasser engagiert, nicht nur beim Austeilen der Kommunion, sondern auch als Mitglied im Pfarrgemeinderat Tattenhausen, später dann in der Kirchenverwaltung und seit 2013 als Kirchenpflegerin.

Als 2015 die ersten Flüchtlinge kamen, kümmerte sich Elfriede Strasser um die Menschen, die in Tattenhausen landeten. „Sie ist mit ihnen zum Arzt und zu den Behörden gefahren, hat alles getan, dass ihnen das Einleben leichter fällt“, sagt Sebastian Maierbacher, der mit Elfriede Strasser in der Kirchengemeinde zusammenarbeitete.

2020 war Elfriede Strassers kommunalpolitische Arbeit beendet. Zu ihrer letzten Sitzung als Gemeinderätin kam sie schon nicht mehr. Ohne Abschiedsgeschenk wollte Bernd Fessler sie aber nicht gehen lassen, lud sie immer wieder ein, doch zu einer Sitzung des neuen Gemeinderates zu kommen. Was sie nicht tat. Im Januar, zu ihrem 67. Geburtstag, fuhr Fessler mit dem Abschiedsgeschenk nach Tattenhausen. In Empfang genommen hat es Elfriede Strassers Ehemann Herbert. Ihr sei es wohl schon zu schlecht gegangen, vermutet Fessler. Vermutet er, denn: „Gesprochen hat Elfriede über ihre Krankheit nie.“ Sylvia Hampel

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