Zur Berichterstattung über die Problematik der Rad- und Fußwege am Chiemsee (Lokalteil):
Klasse, wie einfach und billig bei uns die versprochenen Verbesserungen der engen 70 bis 80 Zentimeter breiten Rad- und Fußwege für Wanderer und Radfahrer um unsere Naturschönheiten gelöst werden. Die Bürgermeister bekommen mit, dass es Probleme zwischen den Nutzern auf den sehr engen Wegen gibt, versprechen landauf und landab Verbesserungen bei den Wahlen.
Real passiert so gut wie nichts, da dafür Geld in die Hand genommen werden muss und mit den verweigernden Besitzern unter Umständen mit Freunden und Bekannten verhandelt werden muss, und das im Fall der Verweigerung bis zum letzten Schritt. Davor drückt man sich. Der fehlende Meter als Eigentum ist viel mehr wert, als ein gut funktionierendes Gemeinwohl. Demnächst kommt das Argument Verhinderung von Flächenverbrauch und Schutz landwirtschaftlicher Flächen als Entschuldigung für fehlende Verbesserung dazu. Und eigentlich wollen wir sanften Tourismus, da sind komfortable, breite Wege kontraproduktiv, da kommen noch mehr Leute.
Dazu eine geniale Lösung der zehn Bürgermeister des Abwasser- und Umweltverbands Chiemsee: Man hängt einfach Plakate an vielen Gebäuden entlang des Weges auf. Darauf wird in vielen Sprachen der Urlauber und Nutzer darauf aufmerksam gemacht, dass er mit den Kindern auf die Radler und Jogger aufpassen muss, damit keiner unter die Räder kommt. Sicher lesen das auch alle Fahrradfahrer. Thema dauerhaft gelöst, Plakate kann man, wenn vergilbt, jederzeit nachdrucken. Bei der nächsten Wahl das gleiche bla bla. Wir suchen nach Alternativen.
Günther Beyer
Stephanskirchen