Leserforum

So gar nicht ehrenamtlich

von Redaktion

Zum Bericht „Wenn Mama mal krank ist“ im Lokalteil:

Zum sehr positiv gefärbten Artikel über das Mütter- für-Mütter-Netzwerk gibt es noch einiges zu sagen. Zunächst einmal hört es sich gut an: ein Netzwerk für Mütter, denen von anderen Frauen in Notsituationen, beispielsweise Krankheit, beigesprungen wird, ehrenamtlich und unbürokratisch. Wär ich sofort dabei.

In der Realität ist es so, dass die Bewerberinnen dafür bei Julia Sander und ihrer Mitstreiterin – beide betreiben eine Privatpraxis als Heilpraktiker – erst eine teure Ausbildung (Selbsterfahrung, Meditation, Philosophisches zum Muttersein) absolvieren müssen und sich dann Mamahilfen nennen dürfen und dann von Frau Sander weiter beraten werden, wenn sie als „ Mamahilfe“ – keineswegs ehrenamtlich, sondern gegen Honorar – selbstständig tätig werden. Dies alles ist der Homepage der Organisation entnehmbar.

Erkrankte und alleinstehende Mütter brauchen tatkräftige praktische Hilfe im Haushalt und mit den Kindern. Das kann jede normale Frau, dazu braucht sie kein Psychologiestudium und keinen Meditationskurs. Und die betroffenen Mütter sind eben meistens auch nicht in der Lage, diese Helferinnen zu bezahlen, so dass das Modell nur wenigen zugute kommen dürfte.

Es geht den Initiatorinnen also wohl primär darum, die eigene Praxis mit Kundinnen zu füllen und zu verdienen (Erstkurs 600 Euro), zumal ja auch noch 10000 Euro aus der BayWa-Stiftung dazugekommen sind.

Das ist keine ehrenamtliche Initiative für Mütter in Notsituationen, sondern ein Seminar-Verkaufsmodell mit viel Schwurbelgarnierung.

Ursula Mayr

Übersee

Frau Mayr hat Recht, der Kurs für künftige Mamahilfen kostet knapp 600 Euro. Die Einsätze der Mamahilfen sind kostenpflichtig, was so deutlich in unserem Artikel nicht herauszulesen war.

Die OVB-Redaktion

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