Wohin mit den Obstbäumen?

von Redaktion

Gemeinde Oberaudorf behandelt Antrag der Grünen – Bislang noch kein Beschluss

Oberaudorf – Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen will in Oberaudorf mehr Bäume pflanzen und hat einen Antrag für ein Baumpatenprojekt im Lerchweg gestellt. In seiner jüngsten Sitzung setzte sich der Gemeinderat mit diesem Thema auseinander. Der Tenor: Die Idee sei gut, aber an der Umsetzung müsse noch gefeilt werden. Deshalb wandert die Angelegenheit am 11. Mai in den Ausschuss für Dorfentwicklung, Umwelt, Landwirtschaft, Soziales und Tourismus, ehe der Gemeinderat einen Beschluss fällt.

Neugeborenen-Bäume
brauchen Platz

Regina Götze, Michael Mermingkas und Nicole Herm – allesamt von der Grünen-Fraktion – sind sich einig: Oberaudorf brauche mehr Bäume – vorzugsweise Obstbäume. Als geeigneten Standort schwebt ihnen die Auerbachstraße, die nördlich des Anwesens „Lerch“ verläuft, vor. Entlang der gewidmeten Gemeindestraße wäre ausreichend Platz für eine Allee.

In Oberaudorf gebe es viele Familien, die zur Geburt ihres Kindes von der Gemeinde einen Obstbaum-Gutschein bekommen haben. „Ich kenne viele Familien, die schon zwei, drei Gutscheine haben. Aber eben keinen Garten, um die Bäume zu pflanzen“, erklärte Fraktionssprecherin Regina Götze auf Nachfrage. Deshalb sei sie auf die Idee gekommen, diese Obstbäume entlang der Auerbachstraße zu setzen. „Falls dann noch mehr Bäume gewünscht sind, wären Patenschaften eine Möglichkeit.“ In Kiefersfelden gebe es bereits ein solches Projekt.

Geschäftsleiter Florian Seebacher merkte in der Sitzung an: „Wir haben links und rechts Platz, Bäume zu pflanzen“, Allerdings sollten die Bäume möglichst gleichzeitig gepflanzt werden, um ein hochwertiges Erscheinungsbild zu gewährleisten. Gemeinderat Alois Holzmaier (CSU) hat „grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden“. Wenn allerdings an die 100 Bäume gepflanzt würden, müsste ein Obst- oder Baumwart her. „Denn irgendwann tragen die Bäume auch Früchte. Und kein Mensch klaubt die auf“, ist Holzmaier überzeugt. Zudem würden sich dort viele Hunde tummeln. In seinen Augen ist die Auerbachstraße „der falsche Platz“ für so ein Projekt.

Bürgermeister Matthias Bernhardt (FWO) hakte ein, dass eine ganze Allee mit einem „erheblichen Kostenaufwand“ verbunden wäre. Womöglich sollte man erst einmal weniger Bäume setzen. Hannes Rechenauer (CSU) bemerkte, dass das Projekt in Kiefersfelden im Bippenwald-Areal nur aufzeige, dass sich niemand um die Bäume kümmere. „Es mangelt an laufender Pflege.“ Auch im „Gold-Dorf“ Niederaudorf sei man mit einem ähnlichen Baum-Projekt gescheitert: „Das hat auch nicht funktioniert.“ Die Idee an sich, fände er gut. Aber dann müsste vorher festgelegt werden, wer sich kümmere.

Stefan Hirnböck (FWO) hatte ebenfalls Bedenken: „Das ist den Leuten irgendwann nur noch lästig.“ Er glaube nicht, dass jeder Baumbesitzer regelmäßig nach dem Rechten sehe.

Regina Götze erklärte daraufhin, dass es in ihren Augen auch nicht nötig sei, gleich 100 Bäume zu pflanzen. „Vielleicht kann man auch die eine oder andere Linde setzen.“ Sie betonte aber, dass es viele Leute gebe, die Obstbäume pflanzen wollten.

Ursula von Redwitz (FWO) könnte sich vorstellen, dass nicht jeder wisse, welches Obst gegessen werden darf. Franz Hefter (Bayernpartei), Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, merkte hierzu an, dass er schon dabei wäre, die gemeindlichen Bäume mit roten oder grünen Bändern zu versehen. Katharina Kern (CSU) berichtete, dass in Stephanskirchen ein Projekt liefe, bei dem sich mehrere Familien gemeinsam um ein Pflanzenbeet kümmern. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, sich die Arbeit besser aufzuteilen.

Im Ausschuss nochmal
„Vollgas“ geben

„Eine super Idee“, befand Bernhardt. Dem möchte er gerne nachgehen. In Anbetracht der vielen Unklarheiten schlug er aber vor, das Thema nochmals im Ausschuss zu behandeln. Michael Mermingkas (Bündnis 90) wäre auch mit Linden zufrieden. Es müssten nicht zwingend Obstbäume sein. Er fände es nur schön, wenn die Auerbachstraße „mit Bäumen eingezäunt“ wäre. Stephan Bruhn (FWO) entgegnete, dass dadurch aber der „Reiz“ der Landschaft verloren ginge. Nicht, dass eines Tages der Blick auf den „Wilden Kaiser“ verdeckt werde.

Regina Götze erklärte auf Nachfrage, dass sie im Ausschuss nochmal „Vollgas“ geben werde. Es dürften nicht immer nur Flächen versiegelt werden: „Freie Flächen sollten auch mal ökologisch aufgewertet werden.“

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