Nachruf

von Redaktion

Eggstätt – Ein halbes Jahr vor seinem 99. Geburtstag verschied Eggstätts Ehrenbürger Herbert Haubl, knapp ein Jahr nach dem Tod seiner geliebten Ehefrau Annemarie. Mit ihr – und im Kreis seiner großen Familie – feierte er im Sommer 2017 noch Gnadenhochzeit.

Geboren in Karlsbad wurde er mit zwölf Jahren zur Lehrer-Ausbildung nach Prag geschickt. Im Zweiten Weltkrieg kam er über Frankreich und Italien und einer halbjährigen Kriegsgefangenschaft in Tirschenreuth schließlich nach Eggenfelden. In Heufeld blieb er dann nach dem Krieg als Lehrer und lernte dort seine Frau Annemarie beim Tanzen kennen. Über Stationen in Raubling und Grainbach am Samerberg kam die Familie schließlich nach Eggstätt, wo Haubl über 40 Jahre lang an der Volksschule als Lehrer, dann als Oberlehrer unterrichtete.

Neben seiner Schullehrertätigkeit war Haubl jahrzehntelang Organist und Chorleiter und spielte bis vor wenigen Jahren als Vertretung bei Beerdigungen die Orgel. Der Sport spielte ebenfalls eine wichtige Rolle in seinem Leben. Anlässlich seines 95. Geburtstags verriet er den OVB-Heimatzeitungen, dass er in seiner Studentenzeit viel Leichtathletik gemacht habe und dass er erst kurz vor seinem 95. Geburtstag das regelmäßige Schwimmen im Hartsee aufgegeben habe. Einkaufen im Ort – mit dem Rad –, oder noch ab und an den großen Garten mähen – Haubl blieb bis ins hohe Alter munter und wohlauf.

Auch nach seiner Pensionierung blieb er einigen Ortsvereinen wie dem ASV oder der Feuerwehr verbunden und engagierte sich in vielen Ämtern. So nahm es nicht Wunder, dass Haubl anlässlich seines 90. Geburtstags die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Eggstätt verliehen wurde. Eine hoch geachtete Persönlichkeit – beim Interview in der OVB-Heimatzeitung 2017 verriet er auch noch, dass er immer wieder ehemalige Schüler treffe, die sich bei ihm für ihre Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik bedankten.

Trotz der Auszeichnung und Ehrenämtern blieb er stets bescheiden. Für ihn zählte mehr als Beruf und Engagements die Familie. Drei Kinder, sechs Enkel und drei Urenkel machten für ihn und seine Ehefrau das ganze Glück aus. Als seine Frau Annemarie gesundheitlich angeschlagen war, war es für ihn selbstverständlich, sie zu versorgen. Haubls Tod hinterlässt eine große Lücke in der Großfamilie und in Eggstätt. elk

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