Neues Regenrückhaltebecken geplant

von Redaktion

Rohrdorf will Hochwasserschutz oberhalb von Lauterbach stärken

Rohrdorf – Rohrdorf wird für seinen Hochwasserschutz nicht mehr auf ein Rückhaltebecken westlich von Unterimmelberg in der Nähe von Thansau setzen. Das war das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Gemeinderates, bei der auch viele Mitglieder des Gesamtgremiums zugegen waren.

Das Rückhaltebecken war Teil eines interkommunalen Hochwasserschutz-Konzeptes aus dem Jahr 2017, an dem die Gemeinden Rohrdorf und Riedering beteiligt waren. Schon damals hatte sich Rohrdorf an zwei Punkten gestört: Erstens war da die Frage der Hochwassersicherheit für den Rohrdorfer Ortsteil Lauterbach: Ein Auffangbecken unterhalb Lauterbachs würde es zwar ermöglichen, Hochwasser schneller durch den Ort zu bringen, ohne die Unterlieger zu gefährden.

Konzept von 2017
ließ viele Fragen offen

Aber welche baulichen Veränderungen würden im Ort für diesen schnellen Durchfluss notwendig? Wäre alternativ ein weiteres Aufnahmebecken oberhalb des Ortsteils sinnvoller? Der zweite kritische Punkt war das Rückhaltebecken bei Unterimmelberg: Konnte ausgeschlossen werden, dass bei einem vollgelaufenen Becken Thansau nicht durch Sickerwasser aus dem Becken vor Probleme gestellt würde? Um hier Klarheit zu gewinnen, beauftragte die Gemeinde im letzten Jahr – noch vor dem Augusthochwasser – ein eigenes Gutachten. Dessen Ergebnisse stellte das beauftragte Ingenieurbüro Steinbacher Consult nun bei der Sitzung des Umweltausschusses vor.

Dabei wurde deutlich, dass die Frage nach der Sicherheit des Rückhaltebeckens bei Unterimmelberg ohne weitergehende Bodenuntersuchungen nicht wirklich zu klären war. Nur Beprobungen gäben Hinweise darauf, wie es um die Durchlässigkeit des Untergrundes bestellt ist, mit welcher erhöhten Wassermenge also in Thansau nach einer Füllung des Rückhaltebeckens zu rechnen wäre. Frank Steinbacher von Steinbacher Consult wies jedoch darauf hin, dass ein solches Bodengutachten auch bei positivem Ergebnis zwar eine gewisse Sicherheit, aber keine hundertprozentige Garantie böte.

Deutlich wurde auch, dass der Hochwasserschutz in Lauterbach allein durch die Möglichkeit eines schnelleren Abflusses nicht zu gewährleisten wäre: Die beschränkende Größe sind hier vor allem drei Brücken, die eine Erhöhung des Durchflusses nur beschränkt erlauben. Die Konsequenz: Hochwasserschutz für Lauterbach setzt, so das Gutachten, neben einer gewissen Erhöhung des Durchflusses immer auch ein weiteres Rückhaltebecken vor dem Ortsteil voraus.

Vor diesem Hintergrund waren sich die neun Mitglieder des Umweltausschusses bald einstimmig einig, dass es keinen Sinn mache, die Idee eines Rückhaltebeckens bei Unterimmelberg, also unterhalb des Ortes, weiterzuverfolgen. Annette Wagner (Bürgerblock) brachte die allgemeine Haltung auf den Punkt: „Es macht keinen Sinn, wenn ein solches Becken zwar Niedermoosen trocken hält, Thansau dafür aber absäuft und Lauterbach nicht viel besser dasteht als jetzt.“

Stephan Reisner (CSU) ergänzte, dass es unklug sei, hier Geld für weitere Untersuchungen zur Gefährdung Thansaus auszugeben, die dann überdies ja immer noch keine wirkliche Gewissheit brächten: Die Chance sei groß, dass das Becken durch den Verlauf der Trasse des Brenner-Nordzulaufs sowieso nicht in der geplanten Weise verwirklicht werden könnte. Zukünftige Überlegungen, so die Haltung des Umweltausschusses, sollten sich stattdessen auf den Hochwasserschutz bei Lauterbach konzentrieren.

Nicht am Standort Unterimmelberg

Das Ingenieurbüro Steinbacher Consult wurde deshalb – ebenfalls einstimmig – beauftragt, ein Konzept für den Hochwasserschutz von Lauterbach ohne ein Rückhaltebecken bei Unterimmelberg zu entwerfen. Natürlich mit der Vorgabe, dass Unterlieger, wie etwa Niedermoosen, durch die Maßnahmen nicht stärker als derzeit belastet werden dürfen.

Voruntersuchungen dafür – nämlich die Darstellung verschiedener Varianten eines Rückhaltebeckens vor Lauterbach – waren ja schon Teil des vorliegenden Gutachtens gewesen. Die Tatsache, dass man durch den Verzicht auf den interkommunalen Ansatz, der durch das Rückhaltebecken bei Unterimmelberg gegeben gewesen wäre, bei einer Umsetzung der zukünftig geplanten Maßnahmen zehn Prozent weniger Fördermittel erhalten wird, sah das Gremium durch den verringerten Planungsaufwand und die wohl niedrigeren Baukosten aufgewogen.

Artikel 9 von 11