Großkarolinenfeld – Das Gebiet „Nördlich der Kreisstraße“ sollte Einheimischenbauland werden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der vorläufige Bebauungsplan verworfen. Anstelle der vier Ein- und Zweifamilienhäuser sollen nun zwei Mehrfamilienhäuser entstehen.
Bürgermeister Bernd Fessler (parteilos) unterstützte den Vorschlag, der von der FW-GBV-Fraktion kam. Er sehe Einheimischenbauland als unzeitgemäß, bestimmte Personengruppen würden dadurch ungerecht bevorzugt. Mit sozialem Wohnungsbau könne eine Gemeinde viel mehr Bürger erreichen.
Die Freien Wähler unterstützen den sozialen Wohnungsbau, wollen jedoch auch an Einheimischenbauland in Großkarolinenfeld festhalten. Josef Lausch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FW-GBV, meint: „Der Antrag der Freien Wähler bezieht sich nur auf den Standort nördlich der Kreisstraße.“ Seine Partei habe sich immer für Einheimischenbaugrund eingesetzt. Nur in diesem Fall habe man sich aufgrund der Lage „ausnahmsweise für einen anderen Weg entschieden“.
Bauland für Einheimische zu schaffen werde von der FW_GBV keineswegs für das ganze Gemeindegebiet aufgegeben. Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften sollten aber an „besser geeigneten Standorten umgesetzt werden“. Hierfür würden sich Flächen im Ortsteil Tattenhausen anbieten, so Lausch. Die Grundstückspreise seien dort deutlich niedriger, etwa aufgrund der Entfernung zum Bahnhof und den Schulen.
„Nördlich der Kreisstraße“ sollen dagegen Eigentums- und Sozialwohnungen entstehen. Die Gemeinde oder ein Bauträger solle die Mehrfamilienhäuser bauen und diese dann an sozial Schwächere oder Großkarolinenfelder zum Vorzugspreis verkaufen. Dieser liege bei 35 bis 50 Prozent des eigentlichen Verkehrswerts. Lausch weiß, dass sich junge Familien sonst kaum eigenes Wohnungseigentum leisten können. Die Preise für Bauland seien „extrem hoch“ und kaum bezahlbar, wenn die Bürger nicht geerbt hätten.
Nun muss der Architekt einen neuen Bebauungsplan erstellen. Über diesen wird der Arbeitskreis „Ortsentwicklung“ voraussichtlich im Herbst abstimmen, nach der Sommerpause des Gemeinderates. Laut Lausch müssten die Nähe zur Rosenheimer Straße und die zu erwartende Schallimmissionen bei der Anordnung der Gebäude und der Wohnräume sowie Gartenanlagen beachtet werden.plt