Nachruf

von Redaktion

Aschau – Nach langer Krankheit ist Forstwirt Rudolf Wörndl, letzter bestellter Haumeister des Forstreviers Bayrische Staatsforsten im Revier Aschau, verstorben. Zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern wuchs Wörndl, geboren am 22. Februar 1940 in Höhenberg, das damals noch zur Gemeinde Umrathshausen gehörte, in Aufham auf.

Nach einer Ausbildung zum Maurer bei der Firma Gasteiger und dem Wehrdienst in Brannenburg sattelte er nochmals beruflich um und ließ sich beim Bayerischen Staatsforst vier Jahre lang zum Waldfacharbeiter ausbilden. Seine Leidenschaft für den Rohstoff Holz lebte er aber nicht beruflich aus, sondern auch daheim.

Handwerklich begabt, feilte und tüftelte er akribisch genau, entwarf und baute Vogelhäuschen bis hin zu Gartenmöbeln und versorgte die Familie mit Brennholz. Aber auch die Natur war dem leidenschaftlichen Nebenerwerbslandwirt ein großes Anliegen.

Er war sommers und winters gern in den Bergen unterwegs, jedes noch so kleine Steigerl war ihm bekannt, und selbst im Alter wanderte er noch gern. Daneben war er mehrere Jahrzehnte aktiver Trachtler beim GTEV Edelweiß Niederaschau – bis zuletzt war er bei jedem Gaufest mit dabei – und engagierte sich bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft Aschau.

Bei der Feuerwehr brachte er sich in mehreren Funktionen jahrzehntelang ein. Mehr noch als alle ehrenamtlichen Tätigkeiten aber lag ihm die Familie am Herzen. Mit seiner Lise trat er 1965 vor den Traualtar. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, und vier Enkelkinder bereicherten das weitere Familienglück.

Geduldig und herzensgut, wie er Zeit seines Lebens war, spielte er mit den Enkeln „Mensch ärgere dich nicht“, nahm sie auf eine Ausfahrt mit dem Traktor mit oder zeichnete mit ihnen, war ihm doch eine zeichnerische Begabung schon in die Wiege gelegt worden.

Ohne große Worte war Wörndl hilfsbereit und stets zur Stelle: Ob bei nachbarlichen landwirtschaftlichen Anwesen Hilfe gebraucht wurde, ob Schnee geräumt oder ob der Bulldog eingesetzt werden musste, keine Hilfeleistung war ihm zuviel. Rudolf Wörndl starb im Beisein seiner Familie zu Hause. Dass Wörndl ein geschätzter und geachteter Mitbürger war, zeigte sich beim Trauergottesdienst, den Pfarrer Hermann Overmeyer hielt und den das Aschauer Bläserquartett musikalisch ausschmückte.

Felix Wölfl, Leiter des Reviers Aschau der Bayrischen Staatsforsten, dankte dem ehemaligen Mitarbeiter.

Mit einer kurzen Ansprache, begleitet von Böllerschüssen und dem Lied vom „Guten Kameraden“, ehrten die Kameraden und Freunde von der Feuerwehr, vom Trachten- und vom Veteranenverein den Verstorbenen und senkten dreimal die Fahne vor dem offenen Grab. elk

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