Illegale Verunreinigung des Retentionsfilterbeckens in Natzing

von Redaktion

Gemeinde trägt Kosten für die Sanierung und Reinigung des Kanalsystems, die im höheren sechsstelligen Bereich liegen

Eggstätt – Die Sanierung des Retentionsfilterbeckens sowie des Oberflächenwasserkanalsystems im Gewerbegebiet Natzing geht weiter. Nach der illegalen Einleitung von sogenannten PFC-Stoffen (Perfluorierte Tenside) Anfang April und der sofortigen Spülung des Kanalsystems sowie dem Abtrag der Bodenschicht des Rückhaltebeckens durch die Gemeinde Eggstätt, wurde nun ein Aktivkohlefilter zur Reinigung des immer noch belasteten Oberflächenwassers installiert. In den kommenden Wochen wird über den Filter das abfließende Regenwasser ebenso wie das bereits benötigte Spülwasser gereinigt und die Schadstoffe herausgefiltert.

Parallel dazu werden ab dem heutigen Montag, 7. Juni, im unmittelbaren Bereich des Retentionsfilterbeckens zwei neue Messstellen zur Beprobung des Grundwassers eingerichtet. Mit ersten validen Ergebnissen wird in rund vier Wochen gerechnet. Wenn notwendig, kann dann auch das Grundwasser über die eingerichteten Aktivkohlefilter entnommen, gereinigt und wieder dem Wasserkreislauf zugeführt werden. Die angrenzenden Wasserversorger aus Eggstätt, Bad Endorf und Breitbrunn nehmen zudem bereits jetzt laufend spezielle Untersuchungen vor, um das Grundwasser gezielt auf eine mögliche PFC-Belastung zu untersuchen. Nach wie vor besteht keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung.

Ungeklärt ist die Entsorgung der entnommenen rund 500 Kubikmeter Bodenaushub aus dem Retentionsfilterbecken. Die Gemeinde sucht derzeit zusammen mit dem Gewässerunterhaltungszweckverband Rosenheim (GUZV) nach einer Deponie für das belastete Erdreich, das noch in Containern gelagert wird. Die bisherigen Kosten für die Sanierung des Retentionsfilterbeckens und die Reinigung des Kanalsystems liegen im höheren sechsstelligen Bereich. Die Gemeinde Eggstätt ist als Grundstückseigentümerin für dessen Sanierung zunächst vollumfänglich verantwortlich. „Der erhebliche finanzielle Aufwand für die Reinigungsarbeiten belastet den kommunalen Haushalt enorm. Es besteht die Gefahr, dass wichtige Zukunftsprojekte der Gemeinde nicht realisiert werden können. Deshalb kämpfen wir aktuell auf allen politischen Ebenen um Unterstützung“, sagt Eggstätts Bürgermeister Christian Glas.

Der Verursacher des Umweltschadens ist bekannt, ein entsprechendes Ermittlungsverfahren hat die Staatsanwaltschaft Traunstein eingeleitet.

Artikel 8 von 11