Von Höhen und Tiefen

von Redaktion

Aschaus Diakon Josef Schmid wird morgen zum Priester geweiht

Aschau – „Die ganz wichtigen Lebensentscheidungen sind nicht immer 100 Prozent, sondern manchmal 49 zu 51 Prozent“, sagt Diakon Josef Schmid über seine Entscheidung Priester zu werden. Schmid kommt aus Garmisch-Patenkirchen und ist 29 Jahre alt. Er hat im Zuge des Priesterseminars die vergangenen zwei Jahre in Aschau unter der Anleitung von Pfarrer Paul Janßen das Priesteramt in all seinen Facetten kennengelernt. Ende Juni wird Schmid in München zum Priester geweiht.

Auf Umwegen
zum Pfarrer

Priester sein, ist nicht nur ein Beruf, es ist eine Lebensentscheidung, die auch Einschränkungen mit sich bringt. „Keine Partnerschaft eingehen zu dürfen, ist für mich schon ein deutlicher Verzicht“, sagt Schmid. „Aber ich bin bereit aus der Hoffnung, die uns Christus geschenkt hat, mit meinem Leben zu stehen.“ Und ähnlich wie in biblischen Geschichten musste Schmid erst mal einen anderen Weg einschlagen, bevor er sich entschloss Priester zu werden und sein Leben Gott zu widmen. „Ich habe erst zwei Semester Elektrotechnik an der TU München studiert“, beschreibt Schmid seinen Lebensweg, „aber dann kam mir der Gedanke: Das kann‘s nicht für mein Leben sein.“ Die Idee Priester zu werden, kam von Schmids damaligen Pfarrer. „Er fragte mich in einem Gespräch: Willst du nicht Priester werden? Und diese Idee ließ mich nicht mehr los.“ Pfarrer zu werden, ist kein leichter Weg: Schmid musste die alten Sprachen griechisch, lateinisch und hebräisch lernen. Durch die ein oder andere Prüfung rasselt er auch mal durch. „Gott treffe ich in allen Lebensbereichen“, erklärt Schmid seine Beziehung zu Gott.

Schmid ist seit September 2019 in Aschau tätig. Dabei teilt sich der Pastoralkurs grob in drei Schwerpunkte auf: die Arbeit in der Pfarrei Aschau, das Lehren an der Grundschule Grabenstätt und der Mittelschule Prien und die Fortbildungen.

In der Pfarrei hat Schmid die Erfahrung gemacht, „dass Menschen berührbar und verwundbar sind.“ Es mache Freude, die Menschen begleiten zu dürfen. In den zwei Jahren in Aschau hat Schmid getauft, beerdigt und auch gepredigt. „Bei meiner ersten Predigt war ich sehr aufgeregt“, erinnert sich der junge Mann „aber ich habe gelernt freier zu Reden und die Aufregung lässt langsam nach.“

Für Aschaus Pfarrer Paul Janßen war Schmid der neunte Priesteramtskandidat, den er betreut hat. „Es war sehr schön, mit Josef zusammenzuarbeiten. Ich habe gemerkt, dass sein Herz für das Priesteramt schlägt“, sagt Janßen. „Er ist jemand, der einen sehr großen Wert auf die Umsetzung der Liturgie legt, dass sie die Menschen anspricht und gut abgestimmt, zum Beispiel mit der Musik, ist“, sagt Pfarrer Janßen. Schmid habe „einen guten Zugang zu Menschen“, so der Pfarrer. „ Es ist eine Stärke von Josef auf Menschen und ihren Lebensweg einzugehen und sie als Seelsorger ein Stück zu begleiten“, sagt Aschaus Pfarrer. „Er wird fehlen.“

Schmid ist in Aschau angekommen und hat Freundschaften geknüpft. Zum Beispiel mit Herbert Reiter, dem Leiter der Tourist Info Aschau. „Josef habe ich als sehr bescheidenen und tiefsinnigen Menschen wahrgenommen, der absolut für seinen Glauben brennt.“ Wenn man Schmid während des Gottesdiensts erlebe, merke man, dass er in seinem Element sei, so Reiter.

Für die Priesterweihe morgen ist Schmid aufgeregt. Aber er weiß, dass er „am richtigen Ort ist“. Für den Anlass hat sich Schmid ein Primizgewand anfertigen lassen. Das Motiv hat sich Schmid selber ausgedacht. Es steht für seinen Primizspruch – quasi das Motto, unter dem Schmid sein Priestersein stellt. „Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten“ Psalm 126,5. „Der Psalm beschreibt meinen Lebensweg“, so Schmid. „Wir erfahren immer beides: Dass mit Tränen säen und im Jubel ernten. Manchmal vielleicht sogar beides gleichzeitig.“

Noch nicht am
Ende der Ausbildung

Und auch Schmid hat noch nicht fertig gesäet. Zehn Jahre Studium, eine Diakonatsweihe und zwei Jahre Pastoralkurs später steht der Priesteramtskandidat noch nicht am Ende seiner Ausbildung. Nach der Priesterweihe wird Schmid Aschau verlassen und in den kommenden drei Jahren als Kaplan im Pfarrverband Buchbach tätig sein. Danach wird er eine zweite Dienstprüfung ablegen. Dann ist die offizielle Ausbildung zum Pfarrer beendet, das Leben in Zeichen Gottes geht dann aber erst richtig los.

Nachprimiz ist am 18. Juli um 10 Uhr im Kurpark Aschau.

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