Eggstätt – Einstimmig genehmigten die Gemeinderäte Eggstätts in ihrer jüngsten Sitzung den Haushaltsplan für das laufende Jahr sowie die Finanzplanung und das Investitionsprogramm bis 2024. Schon vor der Vorstellung der Planungen betonte Bürgermeister Christian Glas (Freie Bürger), dass der Haushaltsplan einstimmig im Finanzausschuss vorberaten wurde. Trotz der Vakanz in der Kämmerei sei es gelungen, „einen soliden Haushaltsentwurf“ mit Ermittlung des Rücklagenbestandes und vorläufiger Jahresrechnung 2020 zu erstellen.
Mehr Geld
für die Verwaltung
Geschäftsleiterin Petra Süsens erläuterte anschließend den Haushalt 2021. Das Gesamtvolumen des Haushaltes beträgt knapp 8,8 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt wird sich heuer auf knapp 6,0 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt auf knapp 2,8 Millionen Euro belaufen. Süsens ging auf einige Punkte aus dem Zahlenkonvolut ein. Die Personalausgaben im Verwaltungsaufwand werden heuer 1,7 Millionen Euro betragen, im Vorjahr betrugen sie 1,4 Millionen Euro. Aus dem Verwaltungshaushalt können dem Vermögenshaushalt knapp 238000 Euro zugeführt werden, eine Neuverschuldung ist in 2021 nicht vorgesehen. Bei den Ausgaben fallen mehrere größere Beträge auf, so beispielsweise die Schulhaussanierung mit 446000 Euro, die letzte Rate für den Zuschuss zum ASV- Sportheim.
Nach fünf Jahren sind somit insgesamt 225000 Euro aufgelaufen. Ein dringendes Thema, das die Gemeinde beschäftigt, ist die Beseitigung des Umweltschadens in Natzing. Hier sei ein Kostenaufwand von 450000 Euro eingeplant. Die Gemeinde weiß noch nicht, inwieweit sie hier finanziell unterstützt wird, denn konkrete Fördersummen wurden noch nicht zugesagt. Die Verwaltung gehe aber davon aus, „dass auf allen politischen Ebenen entsprechende Unterstützung der Gemeinde Eggstätt für die von ihr nicht verschuldete Umweltbelastung zu erwarten ist.“ Weitere Investitionen fließen in den Bau einer Urnenwand, hier sind 60000 Euro veranschlagt, und in die Sanierung beziehungsweise Renovierung der Dachgeschosswohnung im Heistracher Haus. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf 90000 Euro. Der Schuldenstand habe sich im Vergleich zu 2015 auf knapp 1,1 Millionen Euro halbiert. Der Rücklagenbestand habe zum Jahresende 2020 1,3 Millionen Euro ausgemacht. Die Hebesätze sollen unverändert auch im Haushalt 2021 bei Grundsteuer A und B jeweils 310 v. H., die Gewerbesteuer 320 v. H. betragen. Eine Änderung der Hebesätze ist derzeit nicht geplant. Kassenkredite sind in Höhe von 600000 Euro eingeplant. Unabhängig davon wurden in der Vergangenheit die jeweiligen Ermächtigungen zur Aufnahme von Kassenkrediten nicht in Anspruch genommen.
Süsens bilanzierte, dass die Haushaltsberatungen heuer früher als im Vorjahr und mithilfe zweier externer Berater erfolgten. Dabei sei es offenbar geworden, dass „erhebliche Mängel in der Aktualität der Buchführung im Haushaltsjahr 2020 bestanden haben und zum Teil bis heute nicht abschließend behoben werden konnten.“ Auf die Amtsnachfolgerin warteten viele Aufgaben.
Thomas Nitzinger (Freie Bürger) bedankte sich „für die Haushaltsplanung trotz der Schwierigkeiten.“ Helmut Hundhammer (CSU) fügte der Investitionsliste den Austausch der Straßenbeleuchtung auf LED und die Sanierung des Büchereigebäudes hinzu.
Keine Diskussionen
im Gemeinderat
Bürgermeister Glas erklärte, dass ihm die Beseitigung des Umweltschadens am meisten Sorgen mache. Man arbeite zwar gut mit Behörden und Fachfirmen zusammen, aber es gebe keinerlei Hinweise auf externe Förderung: „Jeder sagt, das müssen wir prüfen.“
Da keine weiteren Wortmeldungen erfolgten, ließ der Bürgermeister über die Haushaltssatzung abstimmen, der das Gremium geschlossen zustimmte. Silvia Schedel von der Verwaltung hatte im Haushaltsplan auch den Finanzplan und das Investitionsprogramm bis 2024 zusammengestellt. Auf eine Zusammenfassung des Plans verzichtete das Gremium, sondern stimmte ohne weitere Nachfragen dem Finanzplan und dem Investitionsprogramm für die Jahre 2020 bis 2024 zu.