Brannenburg – Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Brannenburg bekommt ein neues Dach und eine neue Außenfassade. Renoviert wurde das Dach des 700 Jahre alten Gebäudes das letzte Mal in den 1970er-Jahren: „Die Leute haben uns schon immer mal wieder angeredet: ,Schaut‘s mal, wie das Dach ausschaut.‘ Und jetzt bin ich richtig froh, dass etwas passiert“, sagt Pfarrer Helmut Kraus.
Pfarrer Kraus
blieb hartnäckig
Das Dach habe in den vergangenen Jahren immer mehr Schindeln verloren, berichtet auch Rudolf Hitzler, Verwaltungsleiter der Pfarrverbände Brannenburg-Flintsbach und Oberes Inntal. Es sei allerhöchste Zeit gewesen, zu handeln.
Bereits 2015 habe die Pfarrgemeinde einen Antrag zur Bauausführung gestellt. Es folgten weitere Anträge. Doch jahrelang seien diese von der Erzbischöflichen Finanzkammer abgelehnt worden, schildert Hitzler. Es sei Pfarrer Kraus‘ „hartnäckigem Einsatz“ zu verdanken, dass nun endlich die Zusage der nötigen baulichen Instandsetzung des Kirchendachs vorliege. Zweimal habe dieser einen Dringlichkeitsantrag gestellt.
Seit knapp zwei Jahren laufen jetzt die Vorplanungen und die Konzeptdarstellung für die Dach- und Außensanierung der Brannenburger Pfarrkirche. Dazu seien im Vergabeverfahren der Bauaufsicht, Erzbischöflichen Finanzkammer, ein Projektsteuerer und ein Architekt zur Erstellung vollständiger Planunterlagen beauftragt. „Die Planungen wurden bis Ende 2020 fristgerecht fertiggestellt“, sagt Hitzler. Dafür mussten etliche Unterlagen eingeholt werden, darunter ein Statikgutachten, Fassadenuntersuchungen, Archivrecherchen und Umweltuntersuchungen. Auch Schadstoffe wurde entfernt.
Im Frühjahr 2021 wurde das Sanierungskonzept inklusive Planungsunterlagen im Vergabeausschuss für Bauprojekt in der Erzbischöflichen Finanzkammer München vorgelegt – und Ende April erhielt das Pfarrbüro Brannenburg endlich die Zusage. 2021 werden laut Hitzler die nächsten Schritte erfolgen: Zusammen mit Architekten und der Projektsteuerung sollen die Arbeitsausführungen vorbereitet werden. Darunter fallen zum Beispiel die Anbringung von Musterflächen für die künftige Fassung, sprich: Farbgebung. Auch die Ausschreibung der Fachfirmen für die Bauarbeiten steht noch aus.
Ina Krug, Sprecherin des Landratsamtes Rosenheim, erklärt auf Nachfrage, dass die beabsichtigte Dach- und Außenrenovierung der Kirche fortlaufend seit über einem Jahr mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Unteren Denkmalschutzbehörde, dem Restaurator, dem Bauherren (Pfarrei Brannenburg) und mit beauftragten Architekten abgestimmt und begleitet wird. „Es liegt derzeit ein Antrag auf denkmalrechtliche Erlaubnis für das Anlegen von ein bis zwei Musterflächen für die Bemusterung der Neufassung der Außenfassade vor.“ Auch werden die Farbfassungen der Fassaden mit Dach und Turm thematisiert. Laut Krug soll der Antrag voraussichtlich am 1. Juli bei einem Vororttermin – unter anderem mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege – beurteilt werden.
Die bauliche Umsetzung erfolgt laut Verwaltungsleiter im Sommer 2022. Die Fassade soll in einer „historischen Ockerfarbe“ angestrichen werden. „Künftig wird es also kräftiger“, so Hitzler. Darüber hinaus wird der Turm farbig gegliedert. „Es sollen abgesetzte hellbeige Streifen angebracht werden.“ Und das Sakristei-Gebäude wird mit einer „Quaderung“ versehen. „Optisch wirkt das dann interessanter.“ Es solle später aussehen wie ein rechteckiger Mauerblock.
Maßnahme kostet
1,5 Millionen Euro
Aber das Vorhaben kostet: Insgesamt sind dafür 1,5 Millionen Euro fällig. 85 Prozent der Kosten übernimmt die Erzbischöfliche Finanzkammer. Die restlichen 15 Prozent muss die Pfarrei Brannenburg selbst tragen. „Aktuell brauchen wir noch die Mithilfe der Mitbürger“, sagt Pfarrer Kraus. Aber er gibt sich zuversichtlich: „Die Summe werden wir erreichen.“ Laut Hitzler wollen Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung dafür extra Veranstaltungen und Konzerte planen – soweit es Corona zulässt.
Jetzt und auch während der Baumaßnahmen soll der Kirchenbetrieb weiterlaufen. Für Pfarrer Kraus ist die Sanierung während der Pandemie ein „hoffnungsvoller Blick nach vorne“.