Als Ingenieur viel erlebt

von Redaktion

Jakob Rothmeier feiert seinen 90. Geburtstag – Täglich zu Fuß unterwegs

Rott – Seinen 90. Geburtstag hat Jakob Rothmeier gefeiert. Nach den Lockerungen durfte er ihn im Kreis seiner großen Familie begehen. So kamen die drei Kinder mit ihren Partnern, neun Enkel und sechs Urenkel. Eine Überraschung präsentierte ihm sein Schwiegersohn Hans Senega: Die Rotter Blasmusik spielte am Gartenweg für den Jubilar.

Jakob Rothmeier hat so viel erlebt – er war sehr engagiert und hat viel bewegt. Man könnte ein Buch darüber schreiben, so die Gratulanten. In Zainach wuchs Jakob mit seinen beiden Schwestern auf. Seine beiden Brüder wurden zum Kriegsende noch eingezogen und fielen im letzten Aufgebot. Jakob Rothmeier musste 1944 vorzeitig die Schule verlassen und sofort eine Lehrstelle antreten. Der junge Jakob wurde Zimmerer und hatte sich mit 17 Jahren bereits seinen Gesellenbrief erarbeitet. Dann fing er bei der Firma Huber in der Innstraße als Technischer Zeichner an und bildete sich weiter bis zum Ingenieur für Versorgungstechnik. Zur Überwachung von Baustellen war er in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland unterwegs. Er blieb bei der Firma 40 Jahre bis zu seinem Rentenalter.

Schon früh engagierte sich Rothmeier als Mitglied im Gemeinderat. Diesem Gremium gehörte er 24 Jahre an. 1953 übernahm er die Bauleitung und wurde Pfarrgemeindebeauftragter. Als 1968 der Pfarrgemeinderat gegründet wurde, war er 36 Jahre Vorsitzender dieses Gremiums. Es folgten Aufgaben bei der Diözese. Auch danach blieb er der Rotter Kirche verbunden, er schrieb Berichte und Texte. In Rott bot er Kirchenführungen für Gäste an.

Jakob Rothmeier war viel unterwegs. Seine Frau Elisabeth antwortet auf die Nachfrage, wie sie damit zurechtkam, dass ihr Mann so gut wie nie zu Hause war, mit einem fröhlichen Lachen: „Bis zum Frühstück war er meistens daheim.“

Zum Renteneintritt hatte sich Jakob Rothmeier vorgenommen, sich fit zu halten. Er ging jeden Tag mindestens eine Stunde. Mit 90 Jahren ist er immer noch 20 Minuten täglich zu Fuß unterwegs. Eine zunehmende Sehschwäche macht ihm allerdings schwer zu schaffen. Er kann nicht mehr schreiben, nichts mehr lesen und das Fernsehschauen wird eher zum Hören. Richard Helm

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