Bad Endorf – Für das Bild unserer Ortsmitte ist uns wichtig… – solche und andere Frageimpulse sollen bei der Bürgerwerkstatt in Bad Endorf am 15. Juli gesetzt werden. Im Zuge eines kommunalen Förderprogramms soll die Ortsmitte der Marktgemeinde saniert werden. Die Bürgerwerkstatt hat das Ziel ein Gestaltungshandbuch zu entwickeln. In einem Interview mit den OVB-Heimatzeitungen erklärt Bürgermeister Alois Loferer, warum eine Beteiligung der Bürger wichtig ist.
Was umfasst das Sanierungsgebiet?
Das Sanierungsgebiet umfasst im Wesentlichen unser Ortszentrum rund um die Bahnhofstraße, die Verkehrsknotenpunkte Kirchplatz und auch die Chiemseestraßenbrücke über die Bahn, begleitende Straßenwege durch das Zentrum und in das Zentrum hinein und den Bereich der Ortsmitte rund um die Katharinenheimstraße.
Warum ist es wichtig, dass die Ortsmitte saniert wird?
Wir haben seit 2015 ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, um die entsprechenden Sanierungsleistungen im Ort zu planen. Es geht darum, mit Mitteln der Städtebauförderung Bad Endorfs „gute Stube“ – das Zentrum – gemeinsam auf Vordermann zu bringen, die Attraktivität und Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte zu steigern, die Gäste genauso wie die Bürgerinnen und Bürger damit anzusprechen und den Standort als Kurort, als Erholungsort und Urlaubsort zu stärken. Ganz wichtig und auch ein ganz wesentliches Ziel: Bad Endorf als Standort des Einzelhandels und der Gastronomie zu stabilisieren und das Angebot, das wir haben, dauerhaft zu sichern und den entsprechenden Betrieben eine Zukunftsperspektive zu geben.
Jetzt will die Gemeindeverwaltung die Bürger mit ins Boot holen.
Die Bürgerbeteiligung ist nicht nur eine Forderung, um an die städtebaulichen Fördermittel heranzukommen, sondern auch ein wichtiges Mittel im politischen Prozess. Denn nur wenn die Bürgerinnen und Bürger wissen, was wir eigentlich unternehmen möchten und wie sie partizipieren können, haben wir eine Teilnehmerwirkung mit Multiplikatoreffekt. Wir lernen auch, wo wir mit unseren Gedanken im Rathaus, im Planungsteam, im Gemeinderat vielleicht nicht ganz richtig liegen. Das ist ein wichtiger Aspekt um Gedanken zu hinterfragen und Lösungen zu finden.
Wie gestaltet sich der Termin am 15. Juli?
Wir erhalten zunächst einen einführenden Vortrag von unseren städtebaulichen Beratern, die im Prinzip das Thema des Gestaltungshandbuchs erklären: Was dahinter steckt, was Bad Endorf ausmacht, was gemacht werden soll. Viele Bilder und auch mal ein Planungsbeispiel als Prototyp erwarten uns. Dann dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger in Arbeitsgruppen mit Betreuung durch Städteplaner, Verwaltung und einigen Gemeinderäten entsprechend betätigen. Auf Plakaten werden Wortmeldungen und Ideen festgehalten. Die Ergebnisse werden in der kommenden Planung verwendet und aufbereitet zur Verfügung gestellt.
Welche Vorgaben gibt das Gestaltungshandbuch?
Der Hintergrund ist folgender: Wenn wir unser Zentrum mit vielen Investitionen von kommunaler Seite, aber eben auch aus der privaten Hand von den Eigentümern und Anliegern, auf Vordermann bringen wollen, dann ist es eine gute Idee, sich im Vorfeld abzustimmen. Das Gestaltungshandbuch gibt Vorgaben ideeller Art: Bestimmte Materialwahlen und planerische Zielsetzungen werden festgehalten. Es entsteht ein Rahmen, in dem sich die Baumaßnahmen bewegen sollen. Daraus abgeleitet wird, welche Maßnahmen mit den Vorteilen der Sanierungssatzung gefördert werden können.
Also eine große Diskussionsrunde.
Eine große Diskussionsrunde, eine große Motivationsrunde und natürlich eine große Informationsrunde. Städtebauförderung ist ein sehr abstraktes Thema. Aber im Grunde unternehmen wir für Bad Endorf etwas sehr positives. Und das geht nur, wenn viele zusammen helfen. Wir sind dabei auf die Mitwirkung der Eigentümer angewiesen, um bestimmte Projekte voranzutreiben und das geht nur, wenn wir sie motivieren und ihnen zeigen, dass wir in einer Win-Win Situation stecken und die Investitionen am Ende ein stabiles und neu erlebbares positives Bad Endorf widerspiegeln.
Interview: Katharina Koppetsch