Schonstett/Eiselfing/Amerang – Eine Demonstration in Schonstett, das gibt es auch nicht alle Tage. Etwa 250 Personen versammelten sich am Donnerstagabend in der kleinen Gemeinde, um die beratenden Entscheidungsträger des Schulverbandes davon zu überzeugen Ja zu sagen – Ja zur Mittelschule.“
Spalier
mit Plakaten
Mit selbst bemalten Schildern und eigens ausgedruckten Zetteln erschienen die Verteidiger der Mittelschule und standen Spalier an der Staatsstraße und vor dem Rathaus. Margit Neef, Elternbeiratsvorsitzende von Eiselfing, war ein wenig überrascht, mit so vielen hatte sie nicht gerechnet. „Ich habe den Überblick verloren“, sagte sie schmunzelnd. Stolz sei sie auf die Schulfamilie Eiselfing und auf die bunte Mischung vor Ort; Eltern, Schüler und Absolventen, alle waren zusammengekommen.
Unter ihnen auch Thomas Herzog. Der Eiselfinger ist nicht direkt betroffen, seine Kinder gehen auf das Gymnasium, die Realschule, in die Grundschule und den Kindergarten. Doch er findet es dennoch wichtig, zu kommen, erstens weil ja noch nicht klar sei, wie sich die zwei Jüngsten weiter entwickeln und zweitens, weil er selbst Absolvent der Mittelschule ist. „Es ist einfach wichtig, so eine Einrichtung im Ort zu haben.“ Er bezweifelt, dass die Gemeinden die gleiche Entscheidungsgewalt hätten, wenn die Kinder nach Wasserburg gehen würden. Auch Leonie Konate (15) und Sandee Suebchompku (16) wären von einer Schulschließung nicht mehr betroffen, beide haben gerade die neunte Klasse abgeschlossen. Doch sie wollen die Schulfamilie verteidigen und sich für die Fünftklässler einsetzen, deren Zukunft in der Schwebe hänge.
Einige Gemeinderäte
suchen das Gespräch
Eine Stunde verbrachten die Protestierenden in guter Stimmung, auch dank der spielenden Kinder. Erst als die Gemeinderäte eintrafen, wurde die Stimmung zumindest vor dem Rathaus etwas ernster: „Ja zur Mittelschule“ wurde von einigen Anwesenden skandiert, bevor die Entscheidungsträger an der langen Reihe der Demonstrierenden vorbei in der Mehrzweckhalle verschwanden, um sich zu beraten. Einige suchten vorher das Gespräch mit den Eltern. Deren Proteste wurden akzeptiert.