Kiefersfelden – Mit einem Antrag der SPD zur Bekämpfung der Lichtverschmutzung im Ort beschäftigte sich der Gemeinderat Kiefersfelden in seiner jüngsten Sitzung. Letzten Endes wurde der Antrag aber abgelehnt.
Umdenken
gefordert
„Nachtaktive Insekten, Singvögel, Fledermäuse, Fische, ja ganze Ökosysteme leiden dramatisch unter den Folgen der Lichtverschmutzung“, begründete die SPD-Fraktion ihren Antrag. „Sie ist als eine der Ursachen für das dramatische Artensterben anzusehen.“ Sie forderte, einen Masterplan für die Gemeindebeleuchtung zu erstellen und bei der nächsten Ausgabe der Kieferer Nachrichten das Problem zu thematisieren, um hier ein Umdenken beim Einsatz von Nachtbeleuchtungen im privaten wie öffentlichen Raum anzustoßen.
Bezüglich der Straßenbeleuchtung konterte Bürgermeister Hajo Gruber (UW): „Die Gemeinde ist seit Jahren dabei, umweltverträgliche Straßenbeleuchtung im Ort zu installieren und treibt auch die Dimmung zur Nachtzeit voran.“ Er belegte dies mit Zahlen.
So seien seit 2012 über 700 Lampen auf LED umgestellt worden. Seit 2017 brenne beim Radweg von Mühlbach nach Kiefersfelden ab 22 Uhr nur noch jede zweite Lampe. Seit 2020 hätte man entlang der Hauptstraße 100 Lampen auf Dimmung umgerüstet. Von 23 bis 5.30 Uhr sei unter anderem die Intensität der Beleuchtung an der Kirche, des Bahnhofvorplatzes und der Außenbereiche reduziert.
Albert Weingart (Grüne) betonte, dass es bei dem SPD-Antrag um weit mehr als die Straßenbeleuchtung gehe: „Wir müssen das Bewusstsein der Bürger für Lichtverschmutzung schärfen.“ Hier brachte Veronika Klosterhuber (UW) ein Beispiel aus Bernau, wo die Privathaushalte auf negative Auswirkungen von bestimmten Hausbeleuchtungen und Solarleuchten hingewiesen werden.
Gemeinderat Stefan Schroller (CSU) gab zu bedenken, dass die größte Lichtbelastung im Ort von der Autobahnraststätte komme. Bei der Abstimmung folgte die große Mehrheit des Gemeinderates der Einschätzung des Bürgermeisters, dass die Gemeinde ausreichend aktiv sei und lehnte den SPD-Antrag mit 15:3 Stimmen ab. Die Gegenstimmen kamen aus den Reihen der SPD und den Grünen.
Ab 22 Uhr bleiben
alle Lichter aus
Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass sich die Gemeinde an der Aktion „Licht Aus!“ beteiligt. Als Zeichen gegen die Lichtverschmutzung soll am Samstag, 7. September, im gesamten Gemeindebereich die Straßenbeleuchtung von 22 bis 23 Uhr abgeschaltet werden.