Stephanskirchen – Dreimal pro Tag rückte die Polizei Rosenheim im vergangenen Jahr nach Stephanskirchen aus – im Durchschnitt. 1007 Einsätze waren es 2020. Klingt nach viel, ist es im Vergleich aber nicht. Der Landkreisdurchschnitt liegt ein Drittel höher. Auf die gleiche Einwohnerzahl hochgerechnet, liegen die Zahlen der Stadt Rosenheim viermal so hoch.
Bericht liegt jedes
Jahr im Sommer vor
Alle Jahre wieder präsentiert das Polizeipräsidium Rosenheim im Frühjahr seine Kriminalitätsstatistik, im Sommer liegen dann in den zuständigen Polizeiinspektionen die Zahlen für die einzelnen Gemeinden vor. Die präsentierten der Leiter der Inspektion Rosenheim, Volker Klarner, sein Stellvertreter Andreas Nieß und Pressesprecher Robert Maurer bei einer Besprechung mit der Gemeindeverwaltung.
Der geschäftsführende Beamte, Georg Plankl, gab die Zahlen jetzt im Haupt- und Finanzausschuss bekannt. 228 Straftaten waren 2020 in Stephanskirchen zu verzeichnen (2019: 214). Tragischerweise beziehen sich 60 dieser Straftaten auf einen einzigen Vorgang, einen Fall von häuslicher Gewalt.
Die Verkehrsdelikte lagen mit 80 Fällen ganz vorn. Dazu gehören das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss genauso wie das Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz.
Platz zwei auf dem Stockerl teilen sich Gewaltkriminalität/Rohheitsdelikte und Diebstähle mit je 40 Fällen – die 60 Straftaten zählen hier nur als ein Fall von häuslicher Gewalt. Auf Platz drei liegt mit 33 Delikten die Straßenkriminalität. Darunter ist alles zusammengefasst, was sich im öffentlichen Raum abspielt, ob Taschendiebstahl, Exhibitionist, Diebstahl von Zweirädern und Autos, Landfriedensbruch oder der Überfall auf einen Geldtransport.
Allerdings stieg nicht nur die Zahl der Straftaten, sondern auch die Aufklärungsrate durch die Polizei: von 66,4 Prozent 2019 auf 67,1 Prozent.
Zum Sicherheitsbericht gehört auch die Zahl der Verkehrsunfälle. Diese hatte die Verwaltung noch einmal aufschlüsseln lassen. 252 Unfälle waren 2020 in Stephanskirchen zu verzeichnen (Vorjahr 297), darunter ein Unfall, bei dem ein Rollerfahrer in Scheiberloh ums Leben kam. Sechs Menschen wurden schwer verletzt, 73 leicht. 51 Unfallverursacher begingen Fahrerflucht, bei vieren war Alkohol die Unfallursache.
Überhöhte Geschwindigkeit war in 21 Fällen die Unfallursache – dreimal so häufig wie im Vorjahr. Die Unfallschwerpunkte, so Plankl, waren die Ampel in Kragling, die Einfädelspur an der Rohrdorfer Straße und die Salzburger Straße bis zur Innbrücke.
Verunglückte Fahrer
trugen selten Helm
An 33 Unfällen waren Fahrradfahrer beteiligt, in 23 Fällen waren sie entweder Verursacher oder „Alleinbeteiligte“, wie es heißt, wenn ein Radlfahrer an der Gehwegkante abrutscht oder im Gullydeckel hängen bleibt. Unfallursache sei meist die unangemessene Geschwindigkeit gewesen, so Plankl. Was im Ausschuss zu halblauten Vermutungen führte, es handele es sich überwiegend um E-Biker, die zu schnell unterwegs waren.
Unfallschwerpunkte gebe es keine, sagte Plankl auf Nachfrage von Steffi Panhans (SPD). Erschreckend fanden es die Gemeinderäte, dass von den 33 Fahrradfahrern, die verunglückten, 25 keinen Helm getragen haben.