Politiker schlagen Alarm

von Redaktion

Steinbruch am Heuberg: SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender Florian von Brunn in Nußdorf zu Gast

Nußdorf – Bereits zum zweiten Mal war Florian von Brunn, Vorsitzender der Bayern SPD-Landtagsfraktion, in Nußdorf zu Gast, um sich über die aktuelle Situation am Heuberg zu informieren. Anwesend waren auch andere Experten und Politiker.

Von Brunn zeigte sich am Steinbruch stehend, entsetzt: „Für mich ist klar, dass die Erweiterung des Steinbruchs nicht genehmigt werden kann!“ Bereits 2018 verfügte der Verwaltungsgerichtshof einen vorläufigen Abbaustopp, der über die 758-Meter-Grenze hinausgeht. „Der gesamte Steinbruch-Erweiterungsbereich liegt zu hundert Prozent in der Schutzzone C des Alpenplans, in der verkehrliche Anlagen einschließlich Privatstraßen verboten sind“, erklärte Dr. Klaus Lintzmeyer vom Verein zum Schutz der Bergwelt.

Ein erster Vorstoß der Landtagsfraktion der Bayern SPD mit ihrem Antrag „Keine Zerstörung des Heubergs – Kein Riedberger Horn 2.0“ traf nicht auf Zustimmung im Umweltausschuss des Bayerischen Landtages. CSU und Freie Wähler argumentierten damit, dass man dem Landratsamt Rosenheim mehr Vertrauen entgegenbringen sollte. „Im Hinblick auf den im Jahr 1972 in Kraft getretenen Alpenschutzplan C hätten alle weiteren Genehmigungen diesen Plan berücksichtigen müssen. Für mich ist es nicht vollziehbar, wie die späteren Genehmigungen zustande gekommen sind“, so von Brunn.

SPD und Grüne im Landtag fordern die Durchführung eines neuen Raumordnungsverfahrens. „Was 1960 geschehen ist, ist nicht mehr zeitgemäß und mittlerweile überfällig. Insbesondere deswegen, weil ohnehin schon die Grenzen überschritten worden sind“, sagte Pankratz Schaberl, SPD-Direktkandidat im Wahlkreis Rosenheim.

„Die meisten Nußdorfer haben sich mit dem Steinbruch mittlerweile arrangieren können, allerdings nicht mit der jetzt noch geplanten Erweiterung“, sagte Nußdorfs Zweite Bürgermeisterin Susanne Grandauer (CSU/FWG). „Diese werden wir nicht akzeptieren. Sollte das Landratsamt dem zustimmen, werden wir vor den Verwaltungsgerichtshof ziehen.“Volkhard Steffenhagen

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