Eggstätt – Nachdem vom Landratsamt Rosenheim der Antrag der Gemeinde Eggstätt für eine Einführung der 30er-Zone im Ortskernbereich abgelehnt worden war (wir berichteten), wollen sich die Grünen dem Thema erneut annähern. Schon vor dem Antrag der Gemeinde hatte der Arbeitskreis Verkehrsthemen des Grünen Ortsverbandes Eggstätt unter Federführung von Dipl.-Ing. TU Landschaftsplanung Matthias Ruh eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung der Verkehrssituation im Ort erarbeitet. Problem- und Gefahrenpunkte im Gemeindegebiet, besonders entlang der Priener und Seeoner Straße, werden darin aufgezeigt und Lösungsansätze vorgeschlagen.
Ein zwölfseitiges
Verkehrskonzept
In dem zwölfseitigen Papier, das den OVB-Heimatzeitungen vorliegt, werden nach einer Bestandsaufnahme der neuralgischen Punkte, wie beispielsweise überhöhte Geschwindigkeiten an den Ortseingängen und ein fehlender Fußgängerüberweg im südlichen Ortsbereich, mehrere alternative Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer vorgeschlagen.
Eine Variante sei Tempo 30 im Ortskernbereich und Einbahnregelungen, was, wie es in dem Papier heißt, „zwei wesentliche Gefahrenschwerpunkte entschärfen“ würde. Nachteilig wäre allerdings das erhöhte Verkehrsaufkommen am Kirchplatz und eine Verlagerung des Verkehrs in Wohnbereiche.
Auch bei der zweiten Variante mit Tempo-30-Zone und moderater Einbahnregelung wird der Verkehr in Wohnbereiche verlagert. Die dritte Alternative sieht allein eine Tempo-30-Zone im Ortskernbereich vor. Hier müssten allerdings Schilder und/oder verbesserte Verkehrsspiegel angebracht werden, um die zwei unübersichtlichen Einmündungen zusätzlich zur Tempo-30-Regelung zu entschärfen.
Eggstätts Grüne wollen mit dem Papier, das unter www.gruene-eggstaett.de abrufbar ist, eine Debatte anregen. Katharina Weinberger, Sprecherin der Grünen-Fraktion, hofft auf ein Symposium nach den Sommerferien, sofern es die Corona-Regelungen erlauben. Es gehe um eine lebendige Diskussion, betont Weinberger. Welche Themen sollen priorisiert werden? Welche Argumentationsketten können einen erneuten Antrag für eine 30er-Zone zum Erfolg bringen? Wichtig ist, dass durch die Entschärfung der Gefahrenpunkte mehr Sicherheit auf Eggstätts Straßen herrscht.
Weniger Verkehr
in der Ortsmitte
Katharina Weinberger zufolge wurde das Papier im Gemeinderat noch nicht vorgestellt. Dass sich etwas auf Eggstätts Straßen tun muss, sieht sie gleichwohl als dringend erforderlich an. Die Ablehnung des Landratsamtes einer Tempo-30-Zone mit den Worten, dass bislang hier zu wenig passiert sei, empfinde sie als Sarkasmus. Für sie und ihre Mitstreiter ist es Ansporn genug, um weiter für eine verkehrsberuhigte Ortsmitte zu kämpfen.