Mütter machen mobil gegen Verkehr

von Redaktion

15000 Fahrzeuge durch Waldering machen Staatsstraße zum Hindernis

Stephanskirchen – Die Kleinsten holt der Busfahrer schon mal über die Straße. Einige Jugendliche aus Schloßberg und anderen westlichen Ortsteilen dürfen nicht zur „Box“, dem Jugendtreff der Gemeinde, oder zum Skatepark, weil sie die Staatsstraße queren müssen. Jetzt machen die Mütter mobil. „In vielen Köpfen ist Waldering noch winzig“, sagt Maria Faltenbacher, „aber in den vergangenen Jahren ist viel gebaut worden und es leben jetzt viele Kinder in Waldering.“

190 Unterschriften
in kürzester Frist

190 Unterschriften sammelten die Frauen innerhalb kürzester Frist. „Viel mehr Einwohner hat Waldering doch gar nicht“, staunte Bürgermeister Karl Mair nicht schlecht, als ihm vier Frauen und sieben Kinder die Unterschriften überreichten. Es haben nicht nur Anwohner unterschrieben, sondern auch viele andere, die dort die viel befahrene Staatsstraße 2095 queren müssen, erklärte Maria Faltenbacher.

Die letzte Verkehrszählung an der Staatsstraße ist schon etliche Jahre her, damals waren es täglich knapp 15000 Fahrzeuge, die durch Waldering fuhren. Heute dürften es deutlich mehr sein, sind sich Mair und die Mütter einig.

„Die Straße ist für Waldering wie eine Mauer“, ist sich Mair der Problematik dort in der äußeren Salzburger Straße bewusst. Zu den Kraftfahrzeugen – laut Faltenbacher meist zu schnell unterwegs – kommen auch noch unzählige Radfahrer, die Kindern, Jugendlichen, Senioren und allen Menschen mit eingeschränkter Mobilität dort das Leben schwer machen.

Schon sein Vorgänger Rainer Auer habe sich um eine Lösung für Waldering bemüht, so Mair, scheiterte aber an der notwendigen Grundabtretung. Das zweite Problem: Für die Staatsstraßen ist nicht die Gemeinde zuständig, sonder der Freistaat Bayern und das Staatliche Bauamt Rosenheim.

Mit einem Vertreter dieses Amtes, Alexander Eisner, hatte Mair am Tag nach der Unterschriftenübergabe einen Ortstermin. „Ich versuche alles, kann aber nichts versprechen“, so Mair. Bei dem Ortstermin zeigte und schilderte Mair die Problematik und besprach mit Eisner die Schaffung einer Querungsmöglichkeit durch die Gemeinde. Dagegen habe das Amt grundsätzlich keine Einwände, erklärte Eisner auf Nachfrage der Redaktion.

Vereinbart wurde, so Eisner, dass das Staatliche Bauamt mit der Unteren Verkehrsbehörde am Landratsamt sowie der Polizei Kontakt aufnimmt, Details klärt und Stellungnahmen einholt. Ein weiterer Termin soll folgen.

Ohne Anlieger
geht gar nichts

Der Bürgermeister müsste Überzeugungsarbeit leisten: Im Gemeinderat, dass die Mittel bereitgestellt werden. Und vor allem bei den Anliegern, von denen Grund gebraucht würde, damit Platz für eine Querungshilfe – besser bekannt als „Insel“ – wäre. „Die müssen jegliche Lösung akzeptieren, sonst geht gar nichts“, so Mair.

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