Kurse für Holzarbeiten

Das Aufräumen hat begonnen

von Redaktion

Behörden informieren über Strategie nach großflächigen Sturmwürfen

Obing – Die Sturmkatastrophe vom Mittwoch, 28. Juli, die eine Schneise von Chaos und Verwüstung hinterließ, dauerte nur eine halbe Stunde. Besonders schwer getroffen wurde dabei das Gebiet im Bereich Pittenhart, Obing, Rabenden und Kienberg. Nachdem die Wasserfluten wieder abgelaufen sind, lassen speziell die betroffenen Wälder das ungeheure Ausmaß an Zerstörung erkennen. Großflächig wie Streichhölzer abgeknickte Fichten und entwurzelte Baumriesen treiben manchem Waldbesitzer die Tränen in die Augen. Das Werk von Generationen war in wenigen Minuten vernichtet.

Angesichts der riesigen Schäden hat die Waldbesitzervereinigung (WBV) Traunstein Anfang der Woche ihre Mitglieder im nördlichen Landkreis bei zwei Ortsterminen über die aktuelle Situation informiert. In der kommenden Woche will die WBV zusammen mit Experten des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) die Waldbesitzer informieren. Bei drei Terminen stehen Tipps zur Arbeitssicherheit bei der Schadholzaufarbeitung, Fördermöglichkeiten sowie zur Wiederaufforstung im Zentrum.

Extreme Waldschäden
durch Sturm

„In unserem Bereich hat der Sturm etwa 40000 Festmeter Holz geworfen, etwa ein Viertel davon sind Bruchholz“, erklärte WBV-Geschäftsführer Remigius Hammerl gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Das entspreche etwa der Vermarktungsmenge, die sonst in einem ganzen Jahr anfällt.

Direkt nach der Katastrophe seien „Szenen wie im Wilden Westen“ zu beobachten gewesen, berichtet Hammerl weiter. Holzhändler und einzelne Sägewerke hätten die Situation partiell genutzt, um mit schnellen Garantieabnahmen und der Angst vor Preisverfall die Angebote zu drücken. Als Grund sei der hohe Schadholzanteil genannt worden. Bei einem der am schwersten betroffenen Waldbesitzer habe die Schadholzmenge auf insgesamt 15 Hektar immerhin 8000 Festmeter ausgemacht.

Insgesamt, so schätzt Hammerl, seien wohl 80 Hektar Waldfläche von 40 bis 50 WBV-Mitgliedern betroffen. Bei mehr als der Hälfte handle es sich um „komplett niedergelegte Flächen“. Wie es in einem aktuellen Informationsschreiben des WBV heißt, habe das regionale Schadereignis aus Sicht der Forstexperten keine „Auswirkungen auf den Holzmarkt mit Sägewerkskapazitäten in Südbayern und Österreich von mehreren Millionen Festmetern“. Deutliche Preisreduzierungen hätten sich deshalb „nicht gezeigt“.

„Größere Vertragsmengen konnten zu stabilen Preisen abgeschlossen werden.“ Diese liegen bei deutlich über 100 Euro für das Leitsortiment bei Fichte.

Aktuell könnten mit sieben Holzerntemaschinen bis zu 8000 Festmeter pro Woche aufgearbeitet werden, heißt es weiter in dem Schreiben. Die Abfuhr sei aufgrund der regen Nachfrage nach Stammholz gewährleistet. Engpässe könnten aufgrund der vom WBV aufgebauten Lager waldschutzwirksam abgepuffert werden. Wie WBV-Geschäftsführer Hammerl betont, sei aufgrund der ab August deutlich längeren Entwicklungszeit des Borkenkäfers in diesem Jahr auch „nicht mehr mit einem Schwärmflug der Jungkäfer zu rechnen“.

Gefahr bei
Räumarbeiten

Das AELF informierte ergänzend in einer Presseinformation, die Sturmholzaufarbeitung aufgrund der großen Gefahren für Leib und Leben besser in professionelle Hände zu geben. Entsprechend geschulte und maschinell ausgerüstete Forstunternehmer könnten eine sichere und entsprechend zügige Aufarbeitung der Sturmwürfe am besten gewährleisten.

Artikel 1 von 11