Leserforum

Bau der neuen Kampenwandbahn noch zeitgemäß?

von Redaktion

Zur Berichterstattung über den geplanten Ausbau der Kampenwandbahn (Lokalteil):

Wie schön, dass so viele Menschen die Schönheit der Alpen genießen. Die Kampenwand mit ihrer nostalgischen Bergbahn in Autobahnnähe ist besonders beliebt und bei schönem Wetter kommen die Besucher in Scharen.

Jetzt will man mit einem Neubau und mit starker Vergrößerung der Bergbahn die Kapazität erhöhen und die Fahrzeiten im Sommer bis spät in die Nacht hinein verlängern. Dafür sollen Bäume gefällt werden und zahlreiche Stahlträger in den Boden und Felsen gerammt werden. In Zeiten der beginnenden Klimakrise ist der Wert der Bäume ein hohes Gut. Auch sind vergrößerte Schneisen eine Gefahr, da bei vermehrten Starkregen das Wasser dann ungehindert herunterschießen kann.

Wenn zusätzlich auch Fahrräder mitgenommen werden können, wer schützt dann die Bergwelt vor wilden Fahrradtrails, die immer häufiger entstehen und erheblichen Schäden verursachen.

Ich bin nicht gegen ausgewiesene Trails und Mountainbikewege (ich fahre selber gerne Mountainbike), aber nur mit Rücksicht auf Natur und Fußgänger. Ebenfalls denke ich, dass am Abend eine gewisse Ruhe den Bergen guttut, wenn nur noch Leute, die aus eigener Kraft sich den Berg erschließen unterwegs sind.

Mir tut die die ständige Vermarktung der Natur weh. Damit verdienen Wenige viel Geld und nachkommende Generationen müssen dafür büßen.

Irmgard Beckelmann

Prien

Heutzutage darf man nicht mehr finanzielle Anreize als alleinige Währung zum Wohle einer Gemeinde sehen, sondern die neue Währung muss lauten „Naturerhaltung“!

Die in den Startlöchern stehende, unverhältnismäßig überdimensionierte Seilbahnanlage zur Kampenwand steht für jede Menge Nachteile. Die Kapazitätsvergrößerung der Seilbahn ist durch die daraus resultierende Zunahme des Autoverkehrs für einen CO2- und Lärm-Emissionsanstieg verantwortlich. Die Parkplätze werden nicht ausreichen, das heißt weitere Versiegelung von Grünflächen und noch mehr Wildparker. Schützender Bergwald wird eliminiert! Auch für eine provisorische Lastenseilbahn! Die Seilbahn führt durch einen „Natura“-Schutzraum (EU-weites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter Lebensräume und Arten) und tangiert einen zweiten.

Die Eliminierung von Schutzwald und der Bau von vielen neuen Stützpfeilern bringt massive Störungen für Wild und Natur, kann den jetzigen Schutz nicht im selben Maße aufrechterhalten und hinterlässt schlussendlich eine deutlich sichtbare hässliche Wunde auf dem gesamten Bergrücken zur Kampenwand. Noch mehr Menschen im Kampenwand-Gebiet multiplizieren all die negativen Begleiterscheinungen, die der Natur und Almwirtschaft mit dem heutigen Wissensstand nicht zugemutet werden darf.

Eine Erneuerung sollte lediglich neue Gondeln in der vorhandenen Größe beinhalten. Das wäre kostengünstiger, naturschonender und zeitgemäß. Die Investoren/Betreiber der Seilbahn und vor allem auch die Gemeinde Aschau sollten verantwortlich gegenüber unserer aller Zukunft denken und handeln und nicht alles, was machbar ist, auch in die Tat umsetzen.

Sabine Mörtlbauer

Aschau

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