Wohin mit dem Wasser bei Starkregen?

von Redaktion

Noch keine grundlegenden Beschlüsse im Obinger Gemeinderat – Viele Vorschläge

Obing – Der große Wurf beim Hochwasserschutz in Obing ist noch nicht ganz in Reichweite. Doch war bei der Sondersitzung des Obinger Gemeinderates zu den aktuellen Unwetterfolgen und zum Hochwasserschutz die Entschlossenheit der Mitglieder des Gremiums zu spüren, die Probleme mit den sich in Obing bei Starkregen verbreitenden Wassermassen und der Überflutung der bewohnten Randbereiche des Obinger Sees zeitnah anzugehen.

Mit der Sondersitzung wollte Bürgermeister Sepp Huber (FW) die Gelegenheit ergreifen, nach den eindrücklichen Erlebnissen des Unwetternachmittags Ende Juli alle Gemeinderäte auf den neuesten Informationsstand zu bringen.

Neugestaltung
der Ortsdurchfahrt

Bürgermeister Huber arbeitete die Problembereiche heraus, in denen Gemeindeverwaltung und Gemeinderat zum Schutz der Gemeindebürger tätig werden müssen. Hier seien zum einen die bei Starkregen schnell betroffenen Siedlungsgebiete Pfaffing und Kohlstatt zu nennen, zum anderen der See mit den Anliegern am westlichen Ufer und damit zusammenhängend die Regulation des Seeauslaufs.

In den überschwemmungsgefährdeten Siedlungsgebieten müsste das Oberflächenwasser auf jeden Fall aufgefangen und abgeleitet werden. Eine große Chance biete hier die anstehende Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, die jetzt nicht mehr Bundesstraße ist, mit Bau eines ausreichend dimensionierten Regenwasserkanals.

Allerdings: Zuleitung in den Obinger See, wie bisher bei den neueren Baugebieten geschehen, würde ein schnelleres Ansteigen des Wasserspiegels des Sees bewirken und die Gefährdung der Seeanlieger noch verschärfen. Daher wurde unter anderem von den Gemeinderäten Florian und Martin Maier (beide CSU) und Armin G. Plank (PAO) vorgeschlagen, den Entwässerungskanal als eigenen Kanal an dem See vorbei weiterzuführen.

Hier stellt sich jedoch laut Bürgermeister Huber die Frage, ob die Zuleitung weiterer Wassermengen auf das Gemeindegebiet von Altenmarkt oder in die dortige Kläranlage möglich ist.

Auf jeden Fall wäre dazu ein wasserrechtliches Verfahren mit ziemlichem Aufwand unabdingbar. „Da sind wir in fünf Jahren noch nicht fertig“, befürchtete Zweite Bürgermeisterin Fanni Mayer( CSU).

Als andere Variante wurde von den Befürwortern ein „Bypass“ am See vorbei ins Spiel gebracht, um somit auf dem Grund der Gemeinde Obing das Wasser im Ernstfall schnell abzuleiten und auf Flächen bis zur Gemeindegrenze kurzfristig zurückzuhalten durch Anlage von Absetzbecken südlich vom Seebach.

Gemeinderat Franz Pürner (CSU) brachte noch ein, man sollte zusätzlich Rückhalteflächen vor dem Zufluss ins Ortsgebiet von Obing und zum Obinger See im Bereich des Moosmühlbachs schaffen. Franz Gallinger von der Interessengemeinschaft Hochwasserschutz Obing erhielt als Zuhörer das Wort und machte darauf aufmerksam, dass sich für die Seeanlieger die Hochwassergefahr durch die Geländeveränderungen beim Bau der Umgehungsstraße noch vergrößert habe, da das aus dem See abfließende Wasser des Seebachs nun durch zwei unter den Straßen durchführende Rohre fließen müsse. Gemeint sind die Straße nach Jepolding und die Staatsstraße Richtung Seeon-Seebruck.

Noch dazu liege das zweite Rohr noch höher als das erste. Durch die Modellierung eines gleichmäßigen Gefälles für den Wasserlauf könne hier recht kurzfristig Abhilfe geschaffen werden. Bürgermeister Sepp Huber (FW) sagte zu, dass auf der Grundlage der im September vorliegenden Untersuchungen des Ingenieurbüros Aquasoli zu diesem Bereich Verhandlungen zu Verbesserungen an der Straßenführung mit dem Straßenbauamt geführt werden.

Seeauslauf mit
Polder-Funktion

Außerdem wies er darauf hin, dass im Gebiet des Seeauslaufs die Gemeinde Grund erworben habe, um eine Rückhaltefläche zu schaffen, die aus dem See fließendes Wasser aufnimmt und wie ein Polder kurzfristig speichert, damit es nicht zum Rückstau abfließenden Wassers in den See kommt.

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