Bundespolizei entdeckt 14 evakuierte Afghanen bei Grenzkontrollen

von Redaktion

Nach Flucht aus Kabul auf Inntalautobahn gestoppt – Drei Männer wegen Schleusungsversuchs verdächtigt

Rosenheim/Kiefersfelden – Drei Männer stehen im Verdacht, 14 Afghanen nach Deutschland geschleust zu haben. Am Wochenende hat die Rosenheimer Bundespolizei Ermittlungen gegen die drei Männer aufgenommen.

Die Afghanen waren erst wenige Wochen zuvor mit italienischen Militärflugzeugen aus Kabul evakuiert worden. In Italien wollten sie aber nicht bleiben. Auf der A93, nahe Kiefersfelden, gerieten sie in die Grenzkontrolle. Bundespolizisten stellten bei der Überprüfung der Insassen eines in Italien zugelassenen Autos fest, dass sich nur der irische Fahrer ausweisen konnte.

Die afghanische Familie, die er beförderte, hatte keine Aufenthaltspapiere. Der Vater gab an, dass er mit seiner Frau und seinen Kindern zu Verwandten in Niedersachsen fahren wolle. Er habe kein Interesse, mit seiner Familie in Italien zu bleiben, wo er nach seiner Evakuierung aus Kabul gelandet und als Asylsuchender registriert worden wäre.

Der irische Fahrer erklärte, dass er der afghanischen Familie nur helfen wollte. Er wurde wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern vorläufig festgenommen und angezeigt. Die beiden Afghanen wurden wegen illegalen Einreiseversuchs angezeigt und mit ihren Kindern einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet.

In einem italienischen Reisebus trafen die Beamten auf zehn Afghanen, die alle keine Reisedokumente hatten. Auch sie waren eigenen Angaben zufolge zuvor mit einem italienischen Militärflugzeug aus Kabul evakuiert worden. Offenbar kam auch für sie kein Aufenthalt in Italien infrage –obwohl sie dort zuvor jeweils ein Asylgesuch gestellt hatten.

Begleitet wurde die Gruppe von einem 30-jährigen Afghanen, der sich mit einem deutschen Flüchtlingspass auswies, und einem 46-jährigen Deutschen, geboren in Kunduz. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge hatten sie die Busreise organisiert. Der deutsche Begleiter räumte ein, die zehn Tickets für die Fahrt nach Norddeutschland gekauft zu haben. Die beiden mutmaßlichen Schleuser wurden angezeigt.

Ihre „Reisegruppe“ wurde vorerst in einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge untergebracht. Sie müssen wegen illegalen Einreiseversuchen mit Verfahren rechnen.

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