Neubeuern/Rohrdorf – Ungefähr 50 Mobilfunkmast-Gegner aus Neubeuern trafen sich mit Plakaten am Zementwerk Rohrdorf, um gegen den beim Innkieswerk Neubeuern schon im Bau befindlichen Mobilfunkmast zu demonstrieren.
Die mit der Inbetriebnahme verbundene Zunahme der Mobilfunkstrahlung und damit einhergehende Gesundheitsgefährdung hält Sibylle Killinger, Rechtsanwältin und Gründerin der Bürgerinitiative „Solidargemeinschaft Funk“ für nicht zumutbar. Deshalb richtete sie ihre Forderung an das Zementwerk, sich auf die Rücktrittsklausel im Pachtvertrag mit dem Mobilfunkbetreiber zu berufen, die eine Vertragslösung erlaubt, wenn von Mobilfunkstrahlen Gesundheitsgefahren ausgehen.
Dass eine Gefährdung vorliegt, stützt Killinger auf vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beauftragte Tierversuche, welche eine tumorfördernde Wirkung bereits bei der Hälfte der Grenzwerte belegen. Gemäß dem vierten Mobilfunkbericht der Deutschen Bundesregierung stehe zudem fest, dass sich die Mobilfunkstrahlung in Körpern von Kindern um 50 Prozent stärker auswirke. „Auch von der Schweizer Regierung und dem Europaparlament beauftragte Auswertungen der Studien der letzten zehn Jahre erlauben keinen Zweifel mehr an den von Mobilfunkstrahlen ausgehenden Gesundheitsgefahren“, bekräftigt Killinger.
Der von der Sprecherin der Bürgerinitiative beim Verwaltungsgericht München erhobene Eilantrag gegen die Inbetriebnahme des Funkmastes am Innkieswerk Neubeuern wurde kürzlich mit dem Argument abgewiesen, dass nach Auskunft des BfS Tierversuche nicht auf Menschen übertragbar seien. Zu dieser Feststellung im Widerspruch stünde jedoch der Umstand, dass die Tierstudien vom BfS selbst in Auftrag gegeben seien. Dass das Argument des BfS ohne Überprüfung der Sinnhaftigkeit vom Gericht übernommen wurde, bewertete die Sprecherin der Bürgerinitiative wegen des offensichtlichen Verstoßes gegen Denkgesetze als alarmierend.
Redner Stefan Schütz machte deutlich, dass das Netz 3G für die private Handynutzung vollkommen ausreiche. Für gewerbliche Zwecke könne auf firmeneigenen Betriebsgeländen intern 5G installiert werden, ohne hierdurch die Gesamtbevölkerung gesundheitlich zu belasten. Auch die oft zitierte Wichtigkeit des 5G- Netzes für selbstfahrende Autos sei kein zwingendes Argument. Diese würden das 5G-Netz zwar nutzen, hätten aber mehrere parallele Systeme, die über GPS und Außenkameras arbeiten, damit das Fahrzeug auch in Funklöchern fahrfähig bleibe. Der Protest unter Polizeipräsenz blieb friedlich und löste sich nach 45 Minuten wieder auf.rep