Prutting – Mal schnell eben auf den Weg nach Kutina in Kroatien machte sich am Mittwochmorgen um 8.30 Uhr eine Delegation aus Prutting unter Führung von Bürgermeister Johannes Thusbaß. Und schnell waren sie wirklich, denn bereits um 17.15 Uhr kamen sie in der knapp 600 Kilometer entfernten Stadt an, und das, obwohl sie nur mit einem Tempo von maximal 80 Kilometern pro Stunde unterwegs sein konnten. Zweck des „Ausflugs“ war nämlich die Überführung des vor Kurzem ausgemusterten Pruttinger Feuerwehrfahrzeugs nach Kutina.
Dort wurden die Pruttinger schon sehnlichst erwartet, denn am liebsten hätten die dortigen Feuerwehrleute das Löschfahrzeug bereits mitgenommen, als sie es Mitte Juni in Prutting besichtigt hatten. Kein Wunder: Wie alle Feuerwehrfahrzeuge ist der Lkw top in Schuss, der Motor mit gerade mal 15000 Kilometern Laufleistung eigentlich noch nicht mal richtig eingefahren. Dennoch ist das Fahrzeug Baujahr 1992. Das wichtigste Bauteil, die Löschpumpe, war zuletzt ziemlich anfällig. In der näheren Umgebung fand sich aber niemand, der sie reparieren konnte.
In Kutina jedoch ist das kein Problem. Dort, so sagt Pruttings Kämmerer Slaven Jokic, kennt man sich mit alternder Mechanik aus. Schließlich ist auch ein Drehleiterfahrzeug, das Zorneding bereits 2015 ausgemustert hatte, in der kroatischen Stadt heute noch unermüdlich im Einsatz. Slaven Jokic war damals in Zorneding Kämmerer und seither fragt die Feuerwehr Kutina bei ihm nach, wenn sie wieder „neues“ Gerät braucht.
Der Freude entsprechend war bei der Ankunft der Feuerwehrleute ein „großer Bahnhof“ geboten. Nicht nur die gesamte Feuerwehrmannschaft der 30000-Einwohner-Stadt war angetreten, sondern auch der Erste Bürgermeister, Zlatko Babic, sowie die Zweite Bürgermeisterin, Ivana Grdic, gaben den Pruttingern die Ehre. Auf deren Seite gehörten zur Überführungsmannschaft neben Bürgermeister Johannes Thusbaß und Kämmerer Slaven Jokic auch Feuerwehrkommandant Hans Hell, begleitet von Josef Furtner und Sepp Wimmer.
Gerade für Sepp Wimmer war diese letzte Fahrt mit dem Löschfahrzeug eine ganz besondere, denn er war vor 29 Jahren auch bei der Abholung dabei gewesen. „Es ist schon ein bisschen Wehmut dabei“, gestand er vor der Abfahrt. Denn schließlich verbindet er wie viele andere der Pruttinger Feuerwehr doch etliche Erinnerungen mit dem rollenden Mannschaftsmitglied. Dementsprechend wurde in der Woche auch noch einmal richtig Abschied gefeiert mit einem gemeinsamen Gruppenbild aller Pruttinger Feuerwehrler vor dem Fahrzeug.
Fahrzeug wird
noch gebraucht
Der Trost immerhin: Es wird dort wirklich gebraucht und den Feuerwehrmännern ist es lieber, es weiter im Einsatz zu wissen, als dass daraus eventuell ein Wohnmobil gemacht würde. Deshalb finden sie es auch in Ordnung, dass es etwas unter dem Marktpreis von 15000 Euro verkauft wurde. Dies sei ein humaner Preis für eine Stadt, die immer wieder von Erdbeben heimgesucht wird, das letzte davon erst im vergangenen Jahr. Die Entscheidung für den Kaufpreis fiel im Gemeinderat deshalb einstimmig.
Der Donnerstag war dann einer Vorstellung der Feuerwehr von Kutina gewidmet. Gefolgt von einer Führung zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten, am Abend gekrönt von einem gemeinsamen Festessen. Am heutigen Nachmittag werden die Fahrer in Prutting zurückerwartet – sicherlich mit vielen Erlebnissen.Johannes Thomae