Hochwasserschutz mit Nebenwirkungen

von Redaktion

Baustellenverkehr ärgert Anwohner – Verbesserung in Aussicht gestellt

Schechen – Um rund 50 Zentimeter wird der Inndamm im Gemeindegebiet Schechen erhöht. Zusätzlich wird die Dichtung an neue Messwerte für ein 1000-jährliches Hochwasser angepasst. Bereits im vergangenen Winter erfolgte der erste Bauabschnitt, vor wenigen Wochen ging nun der zweite und abschließende Bauabschnitt los.

Höchste Zeit, um die Bürger zu informieren, fand Bezirkstagsabgeordneter und Anwohner Christian Rinser, der den Bauherren-Verbund um ein Vor-Ort-Treffen gebeten hatte. „Ich wollte der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich zu informieren, was hier für uns gemacht wird“, sagte Rinser. So versammelten sich rund 40 Schechener an der Baustelle am Inndamm. Über das Vorhaben informierten vom Verbund der Werksgruppenleiter der Innkraftwerke, Tobias Heiserer, sowie der Verantwortliche für das Bauprojekt, Leonhard Riedl.

Maximaler
Hochwasserschutz

Der Verbund Innkraftwerke GmbH betreibt in Feldkirchen ein Kraftwerk zur Stromgewinnung. Dafür hat er vom Freistaat die Verpflichtung übertragen bekommen, für den Unterhalt der Dämme zu sorgen. Regelmäßig passt das Unternehmen die Dämme an die aktuell vorgegebenen Normen an. Darüber hinaus gilt es, in Hinblick auf die Messwerte zu Hydrologie und Sedimente ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten. Für den Inn als Gewässer erster Ordnung, das sind die größeren Gewässer in Bayern, spielt zudem der Hochwasserschutz eine wichtige Rolle. „Der Schutz hier ist maximal, mehr als am Inn gibt es nicht“, erklärte Heiserer.

Auf einer Länge von 3,6 Kilometern wird der Damm um etwa einen halben Meter erhöht und auf eine Kronenbreite von vier Metern verbreitert. Die Dichtung wird neuen Messwerten für ein 1000-jähliches Hochwasser angepasst und auf 40 Zentimeter unterhalb der Dammkrone erhöht. Auf zusätzlichen 3,8 Kilometern wird lediglich die Dichtung erhöht. Damit finden auf einer Länge von insgesamt 7,4 Kilometern Baumaßnahmen statt. Die Kosten in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro trägt der Verbund.

Für die Maßnahmen werden rund 75000 Kubikmeter Kies und bis zu 3000 Kubikmeter Beton benötigt. „Das Material muss irgendwie herkommen“, so Heiserer. Zum Leidwesen der Anwohner, die insbesondere unter dem Baustellenverkehr leiden. Sie fragten unter anderem nach einem Verkehrskonzept. Die Zufahrt über Au sei sehr eng, insbesondere bei Gegenverkehr. Daher komme es zu Flurschäden an den angrenzenden Grundstücken. Projektverantwortlicher Riedl erklärte, dass die vollen Fuhren über die Auseestraße, die Leerfahrten über das Umspannwerk in Mühlstätt erfolgen sollen – das ist aber erst möglich, wenn die B15 bei Rott wieder befahrbar ist. Daher habe man die Haupt-Kieslieferungen bereits zeitlich nach hinten verschoben. „Wir verstehen, dass die Anlieger betroffen sind“, so Heiserer. Doch der Hochwasserschutz komme ihnen auch wieder zugute.

Die Nachbarn bemängelten außerdem, dass die Lkw-Fahrer teils rücksichtslos unterwegs seien. Hier versprachen die Verbund-Vertreter, die beauftragte Firma zu sensibilisieren.

Auch die zeitliche Abfolge des Bauvorhabens erklärten die Verbund-Mitarbeiter. Die Maßnahme musste in zwei Abschnitte geteilt werden, da man nur außerhalb der Hochwasser-Saison arbeiten könne. Während der Sommermonate könne es jederzeit zu hohen Wasserpegeln kommen, sodass man da nicht in das Damm-Bauwerk eingreifen wolle. Auch gelte es in dieser Zeit, die Pflanzen- und Tierwelt zu schützen. Außerdem werde der Dammweg in den Sommermonaten vermehrt zu Freizeitzwecken genutzt.

Fertigstellung
voraussichtlich im Mai

Heiserer machte darauf aufmerksam, dass es sich bei dem Damm um Betriebsgelände handele und das Betreten lediglich geduldet sei. Das Betreten der Baustelle sei allerdings verboten. Er bemängelte, dass entsprechende Schilder immer wieder entfernt und einfach ins Gebüsch geworfen würden. „Die Leute haben das Bedürfnis, sich zu bewegen“, zeigte er sich verständnisvoll. Doch angesichts der Baustellenfahrzeuge bestehe Gefahr für Leib und Leben, wenn Fußgänger oder Radfahrer die Sperrung missachteten. Zum nächsten Frühjahr, so die Prognose, sei das Projekt abgeschlossen. Ab März sollen die Wege wieder hergerichtet und die Bepflanzung vorgenommen werden. Im Mai soll der Damm fertig sein: wieder in Schuss zum Spazierengehen und gut gerüstet für mögliche Hochwasser.

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