Flintsbach – Um mit den Auflagen der Corona-Pandemie zurechtzukommen, müssen sich insbesondere die größeren Vereine etwas einfallen lassen. So verlegte der Trachtenverein d’Falkastoana Flintsbach seine Jahreshauptversammlung kurzerhand in eine Lagerhalle, die gemeinsam von Trachtenverein und Musikkapelle genutzt wird. Kurzerhand wurde die Halle am Vorabend der Versammlung ausgeräumt, gesäubert, dekoriert, die Plattlerbühne aufgebaut und die Halle für maximal 100 Teilnehmer bestuhlt. Ein Experiment das sich gelohnt hat, wie Schriftführerin Petra Huber bemerkt. Und so konnte der Erste Vorsitzende Alex Schirmann die Jahreshauptversammlung, wenn auch unter anderen Bedingungen als sonst üblich, feierlich eröffnen.
Der Jahresbericht wurde von der Absage vieler Veranstaltungen in den letzten zwei Jahren bestimmt. Er verdeutlichte die Schwierigkeiten, einen recht aktiven Verein in Pandemie-Zeiten lebendig zu erhalten. „Keine leichte Aufgabe für den Vorstand“, wie es bei der Versammlung hieß.
Für die musikalische Umrahmung sorgten die „Flinschiranka“. Musikwartin Sabine Huber stellte einzelne Musikgruppen vor und bedankte sich bei den Musikanten für die Probenarbeit, trotz widriger Umstände in der Corona-Zeit. Da sich hier sehr viel Kinder und Jugendliche engagieren, hatten einige Eltern für die Probe der jungen Musikanten Terrassen oder auch Wohnräume zur Verfügung gestellt. So konnte die Musikwartin auch gleich die neuen erworbenen Musiknoten sowie eine restaurierte Ziach vorstellen.
Schließlich wurden die langjährigen Mitglieder sowie Gold- und Silberhochzeitspaare geehrt.
Etwas erstaunt schaute allerdings das Publikum, als Alex Schirmann plötzlich die kuriosen Fragen stellt: „Wer war bei den meisten Festen immer der Erste und Letzte? Wer war bei sämtlichen Arbeiten immer dabei und wer hatte stets den größten Schnupftabakverbrauch?“ Nun ging ein Raunen durchs Auditorium, denn die Antwort kannte schließlich gleich jeder. Denn die Antworten trafen eindeutig auf den ehemaligen Ersten Vorsitzenden Sepp Schober zu. Sichtlich überrascht und gerührt zeigte sich dieser, als er für seine Tätigkeiten, als Beisitzer von 1998 bis 2004 und als Erster Vorstand von 2004 bis 2019, nun zum Ehrenvorstand ernannt wurde. Als Geschenk wurde ihm ein Bild der Burg Falkenstein gemalt von Heimatkünstlerin Resi Westenhuber überreicht.
Schließlich erhielt Mäx Kronberger als Vertreter des Bayerischen Inngau-Trachtenverbands das Wort und bedankte sich für die Einladung, die in den letzten Monaten doch eher sehr rar waren. Er ermutigte alle, die in der Trachtensache unterwegs seien, durchzuhalten und alles Mögliche zu unternehmen, „damit’s wieder weida geht“. Abschließend überreichte er dem neuen Ehrenvorstand das Gauehrenzeichen in Silber und würdigte dessen Einsatz beim Trachtenverein.stv