Samerberg – In bewährter Tradition haben sich die Landesvorsitzenden des Bayernbundes, Sebastian Friesinger aus Albaching, und des Bayerischen Trachtenverbandes, Max Bertl aus Wildsteig, am Ende des Almsommers zum Gedankenaustausch auf der Feichteckalm der Bauersfamilie Bartholomäus Mayer vom Samerberg getroffen. Thema des Alm-Gesprächs war in erster Linie der Wolf und die Gefahr und der Schaden, die von ihm ausgehen.
Angriffe auf
den Menschen
„Wer die Bilder von gerissenen Schafen im benachbarten Tirol gesehen hat, kann kein Wolfsschützer sein“, sagt Max Bertl, der als erfahrener Jäger hinzufügt: „Wenn für den Wolf Paarungszeit ist, dann sieht dieser auch den Menschen als Gegner und ein Angriff auf ihn ist nicht auszuschließen.“ Kreisrat Sebastian Friesinger meint: „Wer argumentiert, dass nach einem Wolfsriss der Schaden finanziell geregelt wird, der hat kein Gefühl. Ein Bauer hat eine innige Beziehung zum Tier und Schafe sind nicht einfach eine Ware.“
Sowohl Bertl als auch Friesinger begrüßten einen jüngst bekannt gewordenen offenen Brief von Pfarrer und Jäger Georg Gilgenrainer aus Höhenmoos, der darin an die Bayerische Staatsregierung Prämien für den Abschuss von Wölfen forderte. Sein Vergleich, dass eher eine Hängebrücke zum Mond gebaut würde, als dass man die Almen wolfssicher einzäunen könne, fand ebenfalls Zustimmung.
Für Hans Auer, Ehrenvorsitzender des Tourismusvereins Samerberg, bedeutet der Rückzug der Bauern von ihren Almen aufgrund der Wolfs-Gefahr einen Rückschlag für den Tourismus generell. Katharina Kern, Kreisbäuerin für Rosenheim und selbst Almerin, argumentiert: „Unsere Almgebiete mit vielen Buckeln und Felsvorsprüngen lassen sich einfach nicht einzäunen. Allein schon wegen der notwendigen Abstände der stromführenden Zaundrähte, was gerade im Winter vollkommen unrealistisch ist.“ Die Kosten für den
Weidezaun, so Kern weiter, sind enorm. Die Förderung ist auf 12 Jahre ausgerichtet.
Abschusserlaubnis
erwünscht
Aus welchen Gründen auch immer eine Almbewirtschaftung beendet wird, der Almbauer bleibt dann auf den Kosten sitzen. Und sie fügt an: „150 Jahre konnten wir ohne Wolf leben, die Gesellschaft akzeptiert Kosten für die Wolfs-Abwehr in Höhe von 100000 Euro und mehr, doch ohne Abschuss-Erlaubnis bleibt die Gefahr weiterhin groß und es werden nach meinen Kontakten und Kenntnissen Almen stillgelegt.“
Für Kreisrat Josef Paul aus Neubeuern, den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Ernährung-Landwirtschaft-Forsten (ELF), war die Sorge um die weitere Entwicklung zum Thema „Wolfs-Gefahr“ Anlass, eine Resolution vom Kreistag Rosenheim für einen wolfsfreien Landkreis Rosenheim zu fordern. Die Forderung der Arbeitsgemeinschaft ELF für die Resolution lautet abschließend: „Der Kreistag fordert die höheren politischen Ebenen Landtag, Bundestag und EU Parlament per Resolution auf, das Naturschutzrecht zu ändern und den Schutzstatus des Wolfes aufzuheben, ihn in das Jagdrecht aufzunehmen und so den Abschuss zu ermöglichen, um einen wolfsfreien Landkreis Rosenheim zu erhalten.“