Kiefersfelden – Die „Kieferer Wichtl“, der Theaternachwuchs der Heimatbühne Kiefersfelden, hat wie viele andere unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten. Aus dem Plan, das Theaterstück „Wusel die Waldmaus“ heuer im Frühjahr zurück auf die Bühne zu bringen, wurde nichts. Doch die Theatergruppe blieb nicht untätig.
Auch während der Kontaktbeschränkungen blieben die 14 Darsteller im Alter von neun bis 19 Jahren und ihre Spielleiterin Monika Keiler mit wöchentlichen Gruppenstunden und Online-Theaterproben in Verbindung. Dabei reifte dann der Plan, „das Schauspiel Stück für Stück draußen an der frischen Luft in der Naturkulisse pandemiegerecht aufzuzeichnen und dann als kompletten Film zur Verfügung zu stellen“, sagt Monika Keiler. „So startete unser großes Abenteuer“, erinnert sich die Regisseurin.
Theaterstück in 367 Szenen aufgeteilt
Mit Unterstützung des Kreisjugendrings Rosenheim wurde eine technisch ausgereifte Videokamera angeschafft und auch der „Plausus-Verlag“ als Rechteinhaber gab seine Zustimmung für die Verfilmung von „Wusel die Waldmaus“. Monika Keiler machte sich auf die Suche nach den passenden Drehorten in und um Kiefersfelden, teilte das Theaterstück in 367 Szenen und zeichnete sie mit der Hand auf.
Erschwerend kam hinzu, dass aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen immer nur ein bis zwei „Wichtl“ pro Bild oder Szene dabei sein durften. „Da war schon eine Menge Improvisation angesagt, denn auch das Wetter mit Hitze, Regen oder Sturm und Gewitter brachte unseren Zeitplan gehörig durcheinander“, sagt Monika Keiler. Doch das alles meisterte die Gruppe, auch mit der Hilfe vieler freiwilliger Helfer aus den Reihen der Eltern sowie der Heimatbühne.
An 14 Drehtagen im Juli und August wurde an sechs verschiedenen Orten das Stück „Wusel die Waldmaus“ aufgenommen. „Die Arbeit war manchmal recht anspruchsvoll, denn es fehlte ja größtenteils immer der Dialogpartner, sodass wir die Szenen praktisch allein einspielen und dann zusammenschneiden mussten“, erinnert sich die Regisseurin.
Sobald alle Szenen im Kasten waren, machte sich Monika Keiler an die Nachbearbeitung und den Filmschnitt sowie an die Nachvertonung der Lieder. „Nach einem aufregenden Frühsommer mit vielen Stunden Vorbereitung, Arbeit und Drehterminen war unser Pandemieprojekt dann endlich fertig.“ Insgesamt 52 Minuten Theaterfilm sind entstanden.
Die „Kieferer Wichtl“ durften sich zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern ihr eigenes Werk im Rahmen einer geschlossenen Sondervorstellung in einem Kufsteiner Kino ansehen. Der Film ist auf der Homepage der „Wichtl“ unter www.kiefererwichtl.de zu finden.
„Es hat mächtig
Spaß gemacht“
Für die Darsteller waren die Dreharbeiten „ein großes Abenteuer, das mir sehr viel Spaß gemacht hat“, sagt die zehnjährige Fini, die den Marienkäfer Sumsibrumm gespielt hat. Michael (elf) war als „Weiser Stein“ vom Filmen erstaunt. „Das ging sehr schnell und wir konnten die Szenen ja so lange drehen, bis es gepasst hat.“
Sehr „aufregend“ fanden die Dreharbeiten Emma und Johanna (beide 15), „denn wir haben so gedreht, wie das auch die Stars in Hollywood machen.“ Für Eva (zehn) war es das erste Theaterstück bei den „Wichtln“, bei denen ihre Mutter schon mitgespielt hatte. Für Monika Keiler war es der erste Film. „Aber ich würde sofort wieder einen drehen, denn es hat mächtig Spaß gemacht.“
Aktuell bereitet sich die Gruppe auf ihr neues Theaterstück „Schneeweißchen und Rosenrot“ vor, das im Frühjahr auf die Bühne kommen soll.