Stephanskirchen – Schwups, da war sie wieder, die Kraglinger Spange: Mehrfach totgesagt, von den Gemeinderäten immer mehrheitlich abgelehnt, treibt das Straßenbauamt die Pläne trotzdem weiter. Jetzt gab es, zweieinhalb Jahre nach dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens, den Erörterungstermin im Vereinshaus in Stephanskirchen.
Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie Bürger) und neuer Geschäftsleiter Dr.Andreas Uhlig gaben jetzt im Gemeinderat eine kurze Zusammenfassung des nichtöffentlichen Termins bekannt. Geladen waren neben der Gemeinde nur Bürger, die im Planfeststellungsverfahren Einwände erhoben hatten – samt ihren Anwälten. Überraschende Neuigkeiten bei den Einwänden gab es nicht.
Schnellere Anbindung an Landkreisnorden
Zur Erinnerung: Die Kraglinger Spange“ soll die Staatsstraßen 2359 und 2095, besser bekannt als Vogtareuther und Miesbacher Straße, verbinden und dadurch nach Ansicht des Straßenbauamtes Gehering und Schloßberg vom Durchgangs- und vor allem Schwerlastverkehr entlasten. Die Planunterlagen sind auf der Internetseite der Regierung von Oberbayern unter der Adresse www.regierung.oberbayern.bayern.de zu finden. 2016 standen vier verschiedene Varianten im Raum.
Geplant wurde Variante 3 mit einem Kreisverkehr an der jetzigen 180-Grad-Kurve der Miesbacher Straße und dem Anschluss an die Vogtareuther Straße bei Höhensteig.
Mit dieser Variante hatten sich sieben der damals 20 Gemeinderatsmitglieder arrangieren können. Steffi Panhans (SPD), tut es heute noch leid, dass damals nicht alle Varianten komplett abgelehnt wurden. Das konnte der Bürgermeister gut nachvollziehen, versicherte aber, im Erörterungstermin deutlich darauf hingewiesen zu haben, dass es nie eine absolute Mehrheit für die Kraglinger Spange im Gemeinderat gegeben habe und dass im Gremium bei diesem Thema keineswegs Einigkeit herrsche.
Panhans‘ damaliger Fraktionskollege Ludwig Demberger hatte die Spange abfällig als „B15 Ost“ bezeichnet und auch Steffi Panhans sieht die Verbindung der beiden Staatsstraßen als östliche Umgehung von Rosenheim, die Stephanskirchen wenig bringe, im Gegenteil wohl mehr Lkw-Verkehr nach sich ziehe. Christian Helget (Freie Wähler) sah das ähnlich: Man habe ja jetzt schon, während der mehrmonatigen Sperrung der B15 bei Rott, gemerkt, „was da an Verkehr auf uns zukommt.“
Er fände eine Bemautung der Spange gut, „um Abkürzer abzuschrecken.“ Da waren sich Mair und Uhlig einig, dass das keine Möglichkeit sei: Maut gibt es nur auf Autobahnen und Bundesstraßen. Die B15 ist von Rosenheim bis weit hinter Regensburg mautpflichtig.
Anliegergemeinden wollen Beschränkung
Mair verwies in dem Zusammenhang auf einen Antrag der Anliegergemeinden, die Staatsstraße 2359 zwischen Stephanskirchen und Wasserburg auf Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen zu beschränken.
Stefan Mayer (Parteifreie) erinnerte daran, dass es in der Gemeinde durchaus auch Befürworter der Kraglinger Spange gebe. Denn die Ableitung des Lastverkehrs aus Gehering und Schloßberg sei eine ordentliche Entlastung der dortigen Anwohner.
Zum Zeitrahmen konnte der Bürgermeister nichts sagen, zumal ja auch die Frage sei, ob einer der Anlieger klage. Aber: „Die Trasse ist 800 Meter lang. Dem Freistaat Bayern gehört bisher kein Meter.“