Aschau – „Zwischen den Zeilen“ und „Da ist mehr, noch so viel mehr“ – die Buchtitel machen neugierig. Die drei Autorinnen Andrea Volkelt, Petra Knickenberg und Marion Bischoff sind in Aschau verwurzelt. Kein Wunder also, dass die Lesung im Café Rosa ausgebucht war.
Andrea Volkelts Sohn starb vor einigen Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall. Seitdem kreisen ihre Gedanken. Warum er? Wie geht es weiter ohne ihn? Volkelt nimmt ihr Schicksal mutig an, schreibt sich ihre Gefühle von der Seele. In persönlichen und nahe gehenden Sätzen nimmt sie die Lesenden mit, mutet ihnen zu, sich gemeinsam mit ihr an den Sohn als kleinen Jungen und als 20-Jährigen kurz vor seinem Unfalltod zu erinnern. Wenn seine Freunde auf seinen Geburtstag anstoßen, obwohl er da schon längst gestorben ist. Volkelt führt vor, dass sich Mut lohnt und dass das Leben trotz eines Schicksalsschlages nicht zu Ende ist.
Ähnlich gelagert und doch anders ist das zweite Buch „Zwischen den Zeilen.“, mit Kurzgeschichten, die Mut machen, und voller Fragen, die erst staunen lassen und dann zum anwenden inspirieren. Petra Knickenberg und Marion Bischoff haben gemeinsam ein Buch geschrieben, das sich mit der inneren Haltung auseinandersetzt. Wie lebe ich mein Leben? Welche Spuren hinterlasse ich? Petra Knickenberg sagt dazu: „Das ist hohe Metaphysik, vereinfacht dargestellt oder man kann auch sagen: Metaphysik trifft Literatur.“ Dazwischen eingestreut erzählt Marion Bischoff Geschichten mitten aus dem Leben, Geschichten, die in Aschau spielen, Geschichten mittendrin eben. Bodenständigkeit und Feinsinnigkeit hier und dort Impulse für das seelische Wohlbefinden. Man mag es als eine rare Mischung abtun. Aber vielleicht tut es gerade in diesen unruhigen Zeiten gut, innezuhalten, sich zu besinnen und sich zu fragen: Wie schaut mein Lebenskonto aus? Da tut Ehrlichkeit gut, empfiehlt Autorin Knickenberg. Habe ich mehr Soll oder mehr Haben?
Verklausuliert oder gar philosophierend ist „Zwischen den Zeilen“ nicht, es sind kurze Sätze wie „Vertraue deiner inneren Stimme.“ Und das scheint anzukommen: Kaum im Rhein-Mosel-Verlag aufgelegt, wurden die drei Autorinnen schon zur Präsentation auf die Frankfurter Buchmesse eingeladen. Ihre Geschichten, die mittendrin spielen, ihre Geschichten, die Mut machen und die inspirieren, sind alltagstaugliche Achtsamkeitsübungen und aufrichtende Worte. elk