Brannenburg – Das Wohngebiet Sägmühle ist ein neuer Ortsteil Brannenburgs, der auf einem Gelände steht, das schon früher wichtig für die Gemeinde war: Dort befand sich von 1936 bis 2010 die Karfreit-Kaserne.
Die Bedeutung der Kaserne für die Entwicklung Brannenburgs ist unumstritten, die Schlacht, die ihr den Namen gab, wird allerdings differenzierter gesehen. Die zwölfte Isonzoschlacht des Ersten Weltkriegs an der Alpenfront war im Jahr 1917 ein Sieg der Mittelmächte, bei dem Giftgas zum Einsatz kam. An Kaserne und Schlacht erinnern am Eingang des Quartiers das Denkmal des „Bläsers von Karfreit“, im Gelände selbst zwei Tafeln im sogenannten Infopunkt, der ehemaligen Kasernenkapelle.
Für die neu gegründete Initiative „Erinnerungsdialog Kaserne Brannenburg“ sind das Erinnerungsorte, die ihrer neuen Umgebung, einem Wohngebiet, angepasst werden sollten: Es gilt, so meinen die Mitglieder, mit herauszustellen, dass jede Form eines Krieges letzten Endes nur Leid und Untergang bedeutet, ihre Vermeidung deshalb die wichtigste Kulturaufgabe der Menschheit ist. Wie die Erinnerungsorte dies vermitteln könnten, ist offen. Die Initiative hofft hier auf eine breite Beteiligung aus Brannenburg. Zu dem Thema wird deshalb am Freitag, 19. November, um 20 Uhr im Pfarrheim Christkönig ein Vortrag mit einer anschließenden Podiumsdiskussion stattfinden. Den Vortrag hält Simon Hausstetter, stellvertretender Vorsitzende des Historischen Vereins Rosenheim. jt