Bad Endorf – Wippende rot-weiße Federn auf einem roten Hut, der mit einer weiß-goldenen Borte geschmückt ist, dazu die passenden Kostüme – die Endorfer Faschingsgilde hat heuer das Rathaus gestürmt. Aufgrund der Corona-Pandemie maskiert und mit Abstands- und Hygieneregeln. Zwei Gardemädchen entführten Bürgermeister Alois Loferer aus seinem Büro ins Freie, wo die Gilde den Auftakt der Faschingszeit einläutete – anders als sonst.
Feiern ohne
Prinzenpaar
Anstelle der traditionellen Auftaktveranstaltung im Kultursaal wurde der 11. November vor dem Rathaus begangen. Bürgermeister Alois Loferer musste kurzzeitig den Parkplatz den Närrinnen und Narren überlassen. „Wir haben die Problematik, dass wir nicht wissen, wie eine Faschingssaison stattfinden kann. Das ist ein Wermutstropfen. Aber wir haben den Fasching wenigsten eröffnet“, sagt der Bürgermeister.
Die Endorfer Faschingsgilde gab einen kurzen Einblick in die Themen, die den Verein die vergangenen eineinhalb Jahre bewegten und wie sie den Fasching heuer feiern will. „Ich glaube, jedem ist klar, dass es keinen Fasching, wie wir ihn kennen geben wird“, sagt Helen Hentschel, Erste Präsidentin der Endofer Faschingsgilde. Deswegen beschloss der Verein auf ein Prinzenpaar zu verzichten. Denn dahinter stehe nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld, so Hentschel. Außerdem hätte im Fasching 2022 die Endorfer Gilde 50-jähriges Bestehen gefeiert. Der Verein hat sich aber aufgrund der aktuellen Situation dazu entschlossen, die großen Feierlichkeiten auf 2023 zu verschieben.
Der Verein will aber nicht ganz auf die Saison verzichten. Das heißt, dass es voraussichtlich keine Bälle geben wird und sich die Närrinnen und Narren auf den „karitativen Aspekt“ des Faschings beschränken. „Wir planen derzeit mit Veranstaltungen, die draußen stattfinden können. Damit wir für die Senioren und Kinder auftreten können.“ So könne die Gilde zum Beispiel auf dem Kirchplatz tanzen.
Für die aktuell 26 Tänzer der Showtanzgruppe „Hurricanes“ heißt das: Weitertrainieren für das Showprogramm. „Die Arbeit der vergangenen drei Monate hinzuschmeißen, wäre schade.“ Die Prinzengarde arbeitet gerade noch an einem Gardemarsch. Einen kleinen Einblick haben sie bereits gestern auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus gegeben. „Ein, zwei Trainingsstunden braucht es aber noch“, sagt Hentschel.
Trainiert wird zwei- bis dreimal in der Woche unter Einhaltung der derzeit gültigen 2G-Regeln. „Wir haben unsere Gardemädels gefragt, ob sie weitertrainieren wollen und sie haben Ja gesagt.“. Um alle Regelungen einzuhalten, stimmt sich Hentschl immer mit den zuständigen Behörden ab. Die Erste Präsidentin hat sogar einen Kurs bei den Johanniter gemacht, um selbst Corona-Schnelltests machen zu können.
Brauchtumspflege
und Zusammenhalt
„Die vergangenen zwei Wochen waren ein Auf und Ab der Gefühle“, sagt Hentschel. Dass die Corona-Situtation so schnell kippt, damit habe keiner gerechnet. Ramona Böhm, Präsidentin und die Trainerin der Show habe seit September alles gegeben um eine elfminütige Show auf die Beine zu stellen. „Wir leben für den Fasching“, sagt Hentschel. Das bedeutet, neben der Brauchtumspflege, die der Verein betreibt auch das Miteinander. „Wir sind ein sehr familiärer Verein“, beschreibt Hentschl den Zusammenhalt. Deswegen das Training und die Hoffnung, dass im Frühjahr Auftitte zumindest draußen möglich sind.