Aschau – Das von Christoph Freundl vor 27 Jahren ins Leben gerufene Hilfsprojekt in Ecuador erfuhr in den vergangenen fünf Jahren einen Wandel. Freundl ist vielen bekannt aus seiner Arbeit als Pastoralassistent für den Pfarrverband Oberes Priental.
Über zwei Jahrzehnte war die Stiftung San Anián und die damit verbundene Arbeit von Freundl den Menschen in der Region ein Begriff. Der Name „San Anián“ stand für ein Schul- und Förderzentrum in der Stadt Ambato in Ecuador, für Kinder aus ärmsten Verhältnissen. In Deutschland förderte eine große Gemeinschaft von Paten, Schulen, Pfarreien und Helfern das Projekt.
Komplizierte
Rahmenbedingungen
Nach langen Jahren erfolgreichen Wirkens, Patenreisen und dem Einsatz von Freiwilligen wurde 2016 die exekutive Zusammenarbeit mit dem Schul- und Ausbildungszentrum San Anián beendet. Grund waren die politischen Verhältnisse und Rahmenbedingungen vor Ort. Dabei war es den Förderern wichtig, dass das Projekt weiterhin eine Zukunft hat.
Die ehemaligen Leiter des Projekts, Javier Argüello und Mirian Zurita, setzten sich zum Ziel, unter persönlichem Einsatz und finanziellen Risiken „San Anián“ weiterleben zu lassen. Die Bezugsgruppe hat sich geändert. Das Ziel ist weiterhin, bedürftigen Menschen der Region Lebenshilfe zu geben. Bis heute ist das Projekt auf jede Unterstützung angewiesen.
Freundl erkundigte sich bei Argüello und berichtet: „Die neue Stiftung San Anián betreut aktuell 48 erwachsene Menschen ab 18 Jahren mit körperlicher und geistiger Behinderung. Hierfür gibt es einen großen Bedarf in der Region in und um die Stadt Ambato.“
San Anián ist hier die einzige Anlaufstelle. Die Stiftung hat die Rolle eines Kompetenzzentrums übernommen, das Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit gibt, Tätigkeiten zu erlernen. Backen, Friseur- oder Schneiderarbeiten, Küchentätigkeiten oder das Erstellen von Kunstgegenständen sollen ihnen eine Perspektive für die Zukunft bieten.
Große Sorge bereitet den Leitern des Projekts die Finanzierung ihrer gemeinnützigen sozialen Einrichtung. Argüello sagt: „Wir versuchen, einen Teil der Kosten durch selbstfinanzierende Aktivitäten zu decken. Doch der Erlös aus Veranstaltungen, Projekten, Verkauf von Waren reicht nicht, um alle Kosten auszugleichen.“
Weniger Spenden
wegen der Pandemie
Die Pandemie erschwert die Situation. Veranstaltungen konnten nicht abgehalten werden, der Warenverkauf auf Märkten blieb aus und die Spenden von Privatpersonen gingen aufgrund der Arbeitskrise im gesamten Land Ecuador zurück.
Die Unterstützung des kirchlichen Hilfswerks Adveniat ermöglicht, San Anián von Deutschland aus mit Spenden zu helfen. Die Diözese Ambato überwacht die zweckgebundene Verwendung. Spendenmöglichkeit und weitere Informationen können auf eine E-Mail an info@san-anian.de erfragt werden.