Samerberg – Der Gemeinderat Samerberg befasste sich in seiner jüngsten Sitzung einmal mehr mit den Zuständen an der Aussichtskapelle Obereck. Die ungeklärte Frage ist, wie dem von den Besuchern hinterlassenen Müll beizukommen ist und den Anwohnern die Situation erträglich gestaltet werden kann.
Anwohner fordern Parkgebühren
Die Ausflügler kommen, um die Idylle zu genießen, zerstören aber dann genau diese mit Lärm und Müll. So schildert es einer der Anwohner in einem Brief an den Gemeinderat. Er bemängelt eine sinkende Lebensqualität durch die in den vergangenen Jahren stark angestiegenen Besucherströme und fordert nun Parkgebühren, Halteverbot und Videoüberwachung, da selbst die Polizei das Treiben auf der „Partymeile“ nicht eindämmen könne.
Ein anderer Anwohner, Henrik Daniels, der im letzten Haus nahe der Kapelle wohnt, gab auf der Sitzung seine Eindrücke persönlich wieder. Im Sommer räumt er nach seiner Aussage fast täglich die unschönen Hinterlassenschaften der Besucher zusammen und forderte deshalb, dass die Gemeinde größere Müllbehälter aufstellen sollte. Er bestätigte, dass an manchen Tagen bis zu 200 Motorräder den Berg hinaufkommen und am Wochenende Autos in drei Reihen nebeneinander geparkt werden. Besonders schlimm sei es immer zu Silvester oder zur Wiesnzeit. „Das Problem“, so Daniels, „sind die Autofahrer am Abend, die keine Aussicht wollen, sondern einen Treffpunkt.“
Bürgermeister Georg Huber unterstellte dem Großteil der Besucher, insbesondere den Ausflüglern am Tage, ein anständiges Verhalten. Er steht Sperrungen und Parkgebühren am Obereck kritisch gegenüber. Damit bestrafe man alle für das Fehlverhalten einer Minderheit an Randalierern.
Die ausführliche Diskussion der Gemeinderäte kreiste um die Punkte, ob Sperrungen rechtlich möglich und Gebühren verhältnismäßig und zudem kontrollierbar seien. Auch die Möglichkeit einer Videoüberwachung kam zur Sprache.
Videoüberwachung und Sperrungen
Die Meinungen gingen stark auseinander in der Frage, ob eine Reduzierung des herumliegenden Mülls eher durch Beseitigung der vorhandenen Mülleimer oder durch das Aufstellen größerer Müllbehältnisse zu erreichen sei. Zumindest in dieser Punkt konnte sich das Gremium mit knapper Mehrheit zu der Entscheidung durchringen, dass der Abbau der Mülleimer einen erzieherischen Aspekt besitze und nach einiger Zeit neu beurteilt werden soll, ob sich diese Maßnahme bewährt. Mit dem Thema Parkgebühren soll sich baldmöglichst der Verkehrsausschuss befassen.