„Toleranter, flexibler und kreativer“

von Redaktion

Georg Höfer aus Eggstätt hilft mit „Sozialem Gartenbau“ armen Menschen in aller Welt

Eggstätt – „Social Landscaping“ (Sozialer Gartenbau) heißt die Idee, die Garten- und Landschaftsbauer Georg Höfer aus Eggstätt mit seinem Team umsetzt. Im Winter, wenn Höfer aufgrund der Witterung gar nicht oder nur sehr wenig Arbeit hat, engagiert er sich mit Projekten für sozial Schwächere. Diesen Winter will er einen Teilbereich des Geländes der Manacare Foundation in Sri Lanka umgestalten. Die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) kümmert sich vor allem um Menschen mit Behinderung, die durch das soziale Raster gefallen sind.

Die Hilfsaktionen
begannen 2018

„Es geht mir vor allem um die Begegnung mit den Menschen“, erklärt Höfer sein soziales Engagement. Seine Hilfsaktionen begannen vor rund drei Jahren. „Ich hatte schon länger den Wunsch mehr zu tun“, sagt Höfer. Er suchte Rat bei einem Freund, der in einer Nicht-Organisation arbeitete. Die Gespräche führten gleich zu Höfers erstem Social-Landscaping-Projekt.

2019 hat Höfer mit drei Männern aus seinem Team einen Trainings- und Entspannungsort im Township Gugulethu in Kapstadt errichtet. Die Erfahrungen, die er vor Ort gemacht hat, haben ihn nachhaltig beeinflusst.

„Die härteste Währung ist Flexibilität“, sagt Höfer und gibt ein Beispiel aus seinem Projekt in Südafrika. Dort hat er einen Spielplatz gebaut. Die Idee war, die Spielstätte aus Hartholz zu errichten. Doch vor Ort stellte sich heraus, dass das Material unheimlich teuer war und so musste schnell umdisponiert werden. „Bei uns heißt Flexibilität, dass nicht jede Schubkarre grün ist, dort ist die Frage, gibt es überhaupt eine.“ Man stellte sich aber auf die Verhältnisse ein und am Ende hatte sein Team sogar mehr geschafft als ursprünglich geplant.

Während seiner Arbeit in sozial benachteiligten Regionen der Welt zeige sich, dass die Menschen weltweit „die gleichen Nöte und Probleme haben“. „Während dem Projekt lernt man toleranter, flexibler und kreativer zu werden“, beschreibt Höfer seine Erfahrung.

2020 konnte Höfer aufgrund der Pandemie nicht in andere Länder, doch er legte mit seinen Mitarbeitern im Heilpädagogischen Zentrum in Ruhpolding einen Barfußweg an. Die Kinder in der Schule haben einen besonderen Förderbedarf, erklärt Schulleiter Thomas Schmidt. Ein Barfußweg sei bei der Motorik und Wahrnehmungsförderung sehr hilfreich.

Obwohl die Corona-Pandemie die Welt nach wie vor fest im Griff hat, plant Höfer ein Hilfsprojekt in Sri Lanka. „Wir sind mitten in den Planungen“, sagt der Garten- und Landschaftsbauer. Er hofft, dass seine Mannschaft Anfang Januar einreisen und das Hilfsprojekt umsetzen darf.

„Manacare Foundation in Sri Lanka kümmert sich um Menschen am Rand der Gesellschaft“, sagt Höfer. Darunter seien vor allem blinde und taubstumme Kinder. Höfer möchte auf dem Gelände der Organisation eine „Duftlandschaft“ anlegen. Dazu gehören Hochbeete, die auch von Menschen, die im Rollstuhl sitzen, gut zu erreichen sind. In den Beeten sollen duftende Heilkräuter angepflanzt werden. So hat der Garten auch für blinde Menschen einen sensorischen Reiz.

Ein duftender
Garten für Blinde

„Die Idee ist es, das man sich in dem Duftgarten nicht nur gut aufhalten kann, sondern das aus den Pflanzen auch Seifen und Cremes hergestellt werden können“, so Höfer. Außerdem sei eine Bühne mit einem grünen Dach geplant. „Dort können dann Theateraufführungen stattfinden.

Mit einem neunköpfigen Team will Höfer ab Januar in Sri Lanka an dieser „Oase“ arbeiten. „Mir ist schon klar, wir bekämpfen kein AIDS“, sagt Höfer, nichtsdestotrotz kreiert er mit seinen Landschaftsprojekten Räume der Begegnung, die von den Menschen mit Leben und Lachen gefüllt werden.

Weitere Informationen:

Wer helfen will oder

sich über die Projekte

von Georg Höfer informieren will, kann dies auf

der Website social-landscaping.org tun.

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