Appell: Unfallstelle bei Rott entschärfen
Nach Zusammenstoß mit Todesfolge fordern Bürger Verbesserungen
Rott – „Ein Kreisverkehr würde hier echt Sinn machen.“ „Viel zu unübersichtlich und kompliziert.“ „In der Früh da raus zu kommen, ist, als spiele man Russisch Roulette.“ Dies sind nur einige Reaktionen unserer Leser angesichts des tödlichen Unfalls am 19. November auf der B15 bei Rott.
Viele sehr
schwere Unfälle
Eine 81-jährige Autofahrerin wollte, wie berichtet, von der Staatsstraße 2079 aus Griesstätt kommend auf die B15 einfahren und übersah dabei nach Polizeiangaben einen vorfahrtsberechtigten Kleintransporter. Der Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge war so heftig, dass die Frau noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen erlag. Doch es ist nicht der erste schwere Unfall an dieser Stelle in der letzten Zeit.
Insgesamt acht Verletzte und ein Todesopfer gab es allein im vergangenen Jahr bei teils schweren Unfällen an dieser Stelle zu beklagen. Hinzu kommen noch einige kleinere Unfälle ohne Personenschaden.
In der Region ist die Kreuzung der B15 zur St2079 weithin bekannt. Daher stellt sich für viele die Frage, warum die Kreuzung hier nicht entschärft wurde. Ähnlich sieht es auch der Rotter Bürgermeister Daniel Wendrock. „Unsere Feuerwehr muss und wird immer wieder verstärkt zu Unfalleinsätzen in diesem Bereich ausrücken – leider auch zu solch einem schweren Unfall wie am 19. November. Ohne jeden Zweifel: Hier gibt es Handlungsbedarf.“ Wendrock betont, er sei zwar kein Verkehrsplaner, könne sich persönlich allerdings eine Ampelregelung sehr gut vorstellen.
Die Entscheidung über Maßnahmen liegt jedoch in erster Linie beim Staatlichen Bauamt als Straßenbaulastträger. Auf Anfrage erklärt das Bayerische Verkehrsministerium, dass die Problematik an dieser Stelle bekannt sei. Seit 2002 wurden im Kreuzungsbereich bereits Maßnahmen getroffen – unter anderem eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h sowie eine bessere Wegweisung und Markierung. Dennoch gilt die Stelle weiterhin als Unfallschwerpunkt.
Doch wie geht es an der Kreuzung der B15 zur St2079 weiter? „Alle Unfallschwerpunkte werden von der Unfallkommission begutachtet. Die Unfallkommission ist das örtliche Expertengremium, bestehend aus Vertretern der Straßenbaubehörde, der Polizei und der Verkehrsbehörde. Dabei wird das Unfallgeschehen analysiert“, heißt es seitens des Bayerischen Verkehrsministeriums.
Der schwere Unfall am 19. November werde nun als Anlass dafür genommen, die örtlichen Gegebenheiten erneut zu begutachten. „Dabei wird zum einen geprüft, ob der Knotenpunkt mit kleineren Maßnahmen, die kurzfristig umgesetzt werden können, sicherer gemacht werden kann. Zum anderen wird ein Umbau des Knotenpunkts untersucht“, so das Verkehrsministerium weiter.
Nächster Schritt ist
ein Verkehrsgutachten
Der nächste Schritt wäre dann die Erstellung eines Verkehrsgutachtens, um die beste Lösung zu ermitteln. Wendrock erklärt in diesem Zusammenhang, dass zuletzt im September seitens der Gemeinde das Thema im Rahmen der jährlichen Verkehrsschau mit der Polizei und dem Landratsamt behandelt wurde. Dort soll auch bereits ein derartiges Verkehrsgutachten angesprochen worden sein. Das Gemeindeoberhaupt wünscht sich dahingehend: „Ich hoffe die Ergebnisse dieses Gutachtens liegen sehr bald vor, damit etwas unternommen und Unfälle wie letzte Woche vermieden werden können.“