Teil der Städtebauförderung

von Redaktion

Gemeinderat stimmt dafür – Ortsteil Tattenhausen soll erneuert werden

Großkarolinenfeld – Die Neugestaltung von Tattenhausen darf nicht auf die lange Bank geschoben werden oder gar in Vergessenheit geraten – diese Forderung machten einige Gemeindevertreter in der vergangenen Sitzung des Großkarolinenfelder Gemeinderates deutlich. Der Hintergrund: Auf der Tagesordnung stand die Bedarfsanmeldung 2022 für das Städtebauförderprogramm. Und daraus wurde der Name des Ortes Tattenhausen gestrichen.

Konzept für die gesamte Gemeinde

Aus gutem Grund, wie Architekt Till Fischer vom Büro AKFU aus Germering erklärte. Er hatte die Gemeinde bei der Erstellung der Bedarfsmitteilung unterstützt und auch Gespräche mit Vertretern der Regierung von Oberbayern geführt. Das Fazit: Für den Ortsteil Tattenhausen könne es so kein Geld aus der Städtebauförderung geben. Um den Regularien zu entsprechen, müsse folgender Weg gegangen werden:

Zuerst sei ein sogenanntes „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ für Großkarolinenfeld mit dem Ortsteil Tattenhausen auszuarbeiten. Dabei würden zum Beispiel auch Aspekte des Verkehrs, des Einzelhandels oder soziale Belange in die städtebauliche Entwicklung einbezogen. Mit den Ergebnissen des ISEK könne dann eine vertiefende Untersuchung der Tattenhausener Ortsmitte durchgeführt werden. Damit könne man schließlich Mittel aus der Städtebauförderung für Tattenhausen beantragen.

Gerade den Tattenhausener Gemeinderäten widerstrebte dieses Vorgehen. Martin Wieser (FW-GBV) etwa war es besonders wichtig, dass der Name „Tattenhausen“ im jetzigen Antrag für die Städtebauförderung steht. „Dann gibt es aber kein Geld“, erklärte Architekt Fischer. Das habe ihm der Vertreter der Regierung deutlich klar gemacht. Denn ein ISEK müsse für Großkarolinenfeld gesamt erfolgen, und könne nicht auf einzelne Ortsteile beschränkt werden. Johann Kosek (PLW) wollte wissen, was das zeitlich bedeutet. Laut Fischer könne das ISEK in 2022 erfolgen, die Vertiefung dann anschließend und ab 2023/2024 könne rein theoretisch gebaut werden.

Dr. Erwin Gutsmiedl (FW-GBV) sprach den aktuellen Zustand des Kanals in Tattenhausen an. „Wir saufen jetzt ab“, sagte er im Hinblick auf einige Überschwemmungen bei Starkregenfällen im Sommer. Daher brauche man sofort eine Lösung. Mit der Städtebauförderung müsse man aber wieder Jahre warten.

Bürgermeister Bernd Fessler (Parteifrei) betonte, dass es keinen Sinn habe, den Kanal jetzt zu sanieren. „Wir müssen das in Zusammenhang mit der Entwicklung des Ortes betrachten“, sagte er. Die zukünftige Platzgestaltung, Verkehrsführung und Raumgestaltung spielten auch bei einem neuen Kanal eine Rolle. „Jetzt einen Kanal separat zu bauen wäre unwirtschaftlich“, so Fessler. Auch sei die Gemeinde verpflichtet, Einkommensmöglichkeiten wie eine solche Förderung auszuschöpfen.

Ortsmitte
bekommt Priorität

Dass Tattenhausen bei dem Vorhaben auf keinen Fall vergessen werden dürfe, auch wenn es nun in der Bedarfsanmeldung nicht namentlich erwähnt wird – das unterstützen alle Gemeindevertreter. Man löste das Dilemma durch eine Ergänzung des Beschlusses. Demnach beschloss das Gremium zunächst, nach Vorliegen der ISEK-Ergebnisse für die Tattenhausener Ortsmitte eine vertiefende Untersuchung durchführen zu lassen. Ergänzt wurde die klare Zielsetzung des Vorhabens: „Tattenhausen soll als Einzelmaßnahme frühestmöglich in die Städtebauförderung aufgenommen werden.“ Mit 16 zu drei Stimmen wurde der Beschluss bewilligt.

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