Eine schöne Bescherung

Eine Idee von vielen: Mit Mitteln über das Leader-Förderprogramm könnte zum Beispiel das alte Rathaus neu gestaltet werden. Foto Heinz

Eine Idee von vielen: Mit Mitteln über das Leader-Förderprogramm könnte zum Beispiel das alte Rathaus neu gestaltet werden. Foto Heinz

Gemeinderat Großkarolinenfeld informiert sich über „Leader“-Förderprogramm

von Katharina Heinz

Großkarolinenfeld – Noch Wochen bis Weihnachten und schon Bescherung in Großkarolinenfeld: So fühlte es sich für die Gemeinderatsmitglieder in der vergangenen Sitzung scheinbar an, als sie einer Präsentation über das Förderprogramm „LEADER“ lauschten.

Anton Wallner, der Bürgermeister von Bad Feilnbach, sowie Gwendolin Dettweiler von der Firma Sweco stellten die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Mangfalltal-Inntal sowie das Leader-Projekt vor. „Vielleicht können wir dadurch angeleitet werden, Ideen umzusetzen um finanzielle Zuwendungen zu bekommen“, kündigte Großkarolinenfelds Bürgermeister Bernd Fessler (parteilos) an. Leader ist ein EU-Förderprogramm zur Stärkung des ländlichen Raums. Die LAGs sind deren Schnittstellen zur lokalen Ebene.

Stärkung des
ländlichen Raums

Zum Verein Regionalinitiative Mangfalltal-Inntal gehören inzwischen 16 Kommunen aus dem Landkreis Rosenheim. Vorsitzender ist Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner. Das Management der LAG Mangfalltal-Inntal übernimmt die Firma Sweco aus München, Ansprechpartnerin ist hierbei Gwendolin Dettweiler.

„Stärkung des ländlichen Raums heißt auch Stärkung der Heimat“, betonte sie. Gerade in Zeiten von Corona erfahre das eine besondere Bedeutung. Leader will unterstützen, indem es Projekte in den Regionen finanziell unterstützt. Dabei soll die Zusammenarbeit im ländlichen Raum gestärkt, die Bürger beteiligt und die Regionen gut für die Zukunft aufgestellt werden. „Das läuft bottom up, also aus der Bürgerschaft und über Vereine zum Beispiel“, erklärt Wallner.

Großkarolinenfeld ist eine der wenigen Gemeinden, die nicht in einer LAG vertreten ist. Das, so der LAG-Vorsitzende, ist ein Problem für die Gemeinden Rott und Pfaffing. Diese würden nämlich gerne beitreten, dazu brauche es aber ein Bindeglied Richtung südlicher Landkreis, da eine LAG eine flächendeckende Einheit sein müsse. Schechen habe sich schon positiv gegenüber einem Beitritt geäußert. Jetzt fehle noch Großkarolinenfeld. Für die Gemeinde kann sich die Mitgliedschaft in barer Münze auszahlen. Kleinprojekte können mit bis zu 2500 Euro gefördert werden, aber auch für große Vorhaben über mehrere Hunderttausend Euro kann es Finanzmittel geben. Ein Punktekatalog entscheidet, ob das Projekt unterstützt wird. Je nach Vorhaben kann es eine Finanzspritze von 30 bis zu 70 Prozent geben. „Ich bin nicht leicht zu begeistern“, meinte Gemeinderatsmitglied Josef Lausch (FW-GBV). Doch das sei ein starker Vortrag gewesen. Ihm würden auf Anhieb Projekte in der Gemeinde einfallen, denen solche Mittel zugutekommen könnten: Etwa die Umgestaltung des alten Rathauses, ein barrierefreies Sportheim und mehr. Er frage sich nur, welche Belastung dabei auf die Verwaltung zukomme. Hier wollte Beraterin Dettweiler die Euphorie etwas dämpfen. „Es ist schon ein bisschen Arbeit“, meinte sie in Bezug auf Antragsstellung, Abrechnung und Co. Doch Arbeit hätte man bei jedem Projekt sowieso, und hier gebe es noch Geld obendrauf. Sie erklärte, dass auch Vereine Projekte anstoßen können. Der Einsatz der Ehrenamtlichen werde vergütet. Ihr Job als Beraterin sei es, die nötige Hilfestellung bis zum Abschluss des Projektes zu geben. Kostenfrei ist die Mitgliedschaft in der LAG für die Gemeinde nicht. Es gebe einen Jahresbeitrag von 4100 Euro sowie eine einmalige Gebühr von 1760 Euro, sollten alle vier Gemeinden Großkarolinenfeld, Schechen, Rott und Pfaffing beitreten. Das rechne sich aber schon bei einigen Kleinprojekten.

Positive Haltung
der Gemeinderäte

„Und sollte Großkarolinenfeld erst einmal kein eigenes Projekt verwirklichen, stärkt ihr mit eurer Mitgliedschaft zumindest die Region“, sagt LAG-Vorsitzender Anton Wallner. Das kam bei den Gemeindevertretern gut an. Einen Beschluss gab es in der Sitzung zwar nicht. „Aber ich höre heraus, dass ich für die Dezember-Sitzung einen relativ positiven Beschlussvorschlag vorbereiten kann“, meinte Bernd Fessler.

Samstag, 11. Juli 2026
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