Ertappte Falschparker beschweren sich

Falschparker beschweren sich oft bei der Gemeinde, wenn das Knöllchen kommt, weiß Geschäftsleiter Dr. Andreas Uhlig aus Erfahrung.Foto re

Falschparker beschweren sich oft bei der Gemeinde, wenn das Knöllchen kommt, weiß Geschäftsleiter Dr. Andreas Uhlig aus Erfahrung.Foto re

Mehr Kosten als Einnahmen: Gemeinde macht bei Verkehrsüberwachung ein Defizit

Von Sylvia Hampel

Stephanskirchen – Seit einem halben Jahr kümmert sich die Gemeinde selber um die Überwachung des ruhenden und des fließenden Verkehrs. Na, eigentlich kümmert sich der Kommunale Dienstleistungszweckverband Oberland (KDZV). Dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter drehen die Runden durch Stephanskirchen, verteilen „Knöllchen“ an Falschparker und Raser.

6000 Euro minus in
zwei Quartalen

Geschäftsleiter Dr. Andreas Uhlig gab in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses einen Überblick über die Zahlen. Im zweiten Quartal des Jahres, also von April bis Juni, erwischte es 96 Falschparker und 229 zu flotte Autofahrer. Über deren Verwarnungs- und Bußgelder kamen 5150 Euro in die Gemeindekasse. Allerdings zahlte die Gemeinde für die Verkehrsüberwachung im gleichen Zeitraum 7550 Euro. Im dritten Quartal gab es Knöllchen für 73 Falschparker und 14 Temposünder. Den Ausgaben für die Verkehrsüberwachung von 7250 Euro stehen Einnahmen von 3670 Euro gegenüber. Macht, beide Quartale zusammengerechnet, ein Minus von 6000 Euro. „Gut zu erkennen, dass die Gemeinde mit der Verkehrsüberwachung kein Geschäft macht“, so Uhligs trockener Kommentar.

Unbefriedigend findet Uhlig, dass die Gemeinde keine genauere Auswertung bekomme. „Wir können nicht nachvollziehen, wo sich was tut“, so der Geschäftsleiter. Er wolle zu einer der nächsten Gemeinderatssitzungen mal einen Vertreter des KDZV einladen, der die genauen Zahlen mitbringe, so Uhlig. Die Idee stieß bei den Gemeinderäten auf Zustimmung, Kopfnicken in allen Fraktionen.

Bei fließendem
Verkehr nachjustieren

Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) fügte hinzu, dass die zwölf Messstellen für den fließenden Verkehr auf den Prüfstand müssten. Denn bei etlichen Standorten habe sich mittlerweile herausgestellt, dass die Beschwerden der Anwohner über Raser objektiv einer Grundlage entbehrten. „Da müssen wir eventuell nachjustieren“, so Mair.

Schnellfahrer melden sich nach dem Blitz selten bei der Gemeinde, aber „beim ruhenden Verkehr bekommen wir nach wie vor unfassbar viele Anrufe“, so Uhlig.

Samstag, 11. Juli 2026
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