Blaulichtfamilie im Miniaturwunderland

von Redaktion

Zu Gast im Keller des Waldhausener Feuerwehrkommandanten Stefan Randlinger

Schnaitsee – Wer kennt es nicht, das Miniaturwunderland in Hamburg? Es gibt aber auch Modellbauer im Landkreis Traunstein, die Kinder- und Erwachsenenaugen zum Funkeln bringen. Einer von ihnen ist Stefan Randlinger. In seinem Keller steht eine Anlage, die nicht nur Fans von Modelleisenbahnen begeistert. Denn seine Miniaturwelt legt den Schwerpunkt auf „Feuerwehr, THW und Co“. Ihr Erbauer zeigt gerne auch Kindern und Besuchern der Blaulichtfamilie.

In rund 3000 Arbeitsstunden ist eine raumgroße Anlage mit Straßen, Gleisanlagen, Industriebauten und allerhand weiteren Gebäuden entstanden. Die Idee hatte der gebürtige Trostberger zum 150-jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Trostberg im Jahr 2013. „Alles begann damals mit dem Nachbau des Gerätehauses, nach und nach ist eine rund zehn Quadratmeter große Platte mit unzähligen Straßen, dem Tunnel in Altenmarkt und zahlreichen weiteren Gebäude entstanden. Zuletzt wurde die Industrieanlage des Chemieparks Trostberg fertiggestellt“, so der mittlerweile in Waldhausen (Schnaitsee) wohnhafte Modellbauer.

Mit einem Knopfdruck gehen alle Lichter an

„Sollen wir einen Einsatz starten?“, fragt Stefan Randlinger mit strahlenden Augen beim Pressegespräch mit der Zeitung im heimischen Keller. Mit einem Knopfdruck ertönt ein Alarmgong, die Schranke zum Feuerwehrhaus öffnet sich und die Lichter in der Fahrzeughalle gehen an. In wenigen Augenblicken macht sich das erste original nachgebaute Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatz auf. Innerhalb kurzer Zeit finden zahlreiche weitere Fahrzeuge wie von Geisterhand gesteuert, den Weg zum Brandobjekt und auch die Polizei und der Rettungsdienst machen sich auf den Weg. Vor Ort fackelt schon Feuerschein im Gebäude und Rauch steigt auf.

„Ich wollte bewusst eine Anlage bauen, bei der alle Hilfsorganisationen vorkommen und so kann auch das THW, der Rettungsdienst oder die Polizei zum Einsatz ausrücken“, erklärt der Schnaitseer Modellbauer freudestrahlend.

Neben der Feuerwehr Trostberg hat er auch die Werkfeuerwehr Chemiepark Trostberg samt Fuhrpark nachgebaut. „In den modernen Einsatzfahrzeugen sind bis zu 24 unterschiedliche LED-Lämpchen verbaut. Je kleiner die Fahrzeuge sind, desto schwieriger wird der Einbau. Da kann man schon mal Stunden und Tage mit dem Bau eines einzigen Fahrzeugs verbringen“, so der Modellbauer. Stolz lächelt Stefan Randlinger, wenn er die Armada unterschiedlicher Fahrzeuge in den Vitrinen an der Wand erklärt. „Jedes der Fahrzeuge ist ein Unikat und einem entsprechenden Original nachempfunden, sehr viele haben Motoren und eine entsprechende Steuerung verbaut, damit ich sie auch fahren lassen kann“, so der Hobbymodelbauer. Tatsächlich zeigt sich in den Fahrzeugen viel Liebe zum Detail, neben Blaulichtern haben die Autos sogar die Warnblinkanlage oder die Richtungsanzeige sowie Bremsleuchten, sogar eine Umfeldbeleuchtung ist einprogrammiert. Zwei Frauen in einem Bikini waschen ein Auto, Barack Obama winkt dem THW auf der Einsatzfahrt zu, am Feuerwehrhaus wird Bierkistenkraxeln geübt, neben dem Wirtshaus pinkelt ein Mann in die Wiese. Die Liste unterschiedlicher Szenen zum Schmunzeln würde sich noch fast unendlich erweitern lassen. Mit viel Liebe zum Detail und einer Brise Witz ist eine Landschaft entstanden, bei der es fast auf jedem Zentimeter etwas Besonderes zu entdecken gibt.

„Ich freue mich jetzt schon wieder auf die stade Zeit. Dann kann ich mich endlich wieder mehr mit meiner Anlage und den geplanten Baumaßnahmen beschäftigen“, sagt der Erbauer. Er hat schon konkrete Erweiterungspläne. Voller Stolz präsentiert Stefan Randliger den „Rohbau“ des neuen Gerätehauses der Feuerwehr Waldhausen.

Das Original steht nur wenige hundert Meter vom Wohnhaus des Waldhauser Kommandanten entfernt. Sein nächstes Ziel ist es, Waldhausen auf einer weiteren Platte darzustellen und somit einen Lückenschluss zwischen Dorffeuerwehr, Stadtfeuerwehr und einer Werkfeuerwehr auf seiner Anlage zu erzeugen.

Modellbau ist fast
wie das richtige Leben

Beim Modellbau läuft es fast so ab wie im echten Leben. „Wenn ich etwas bauen möchte, muss ich es zunächst einmal konstruieren und zeichnen, ehe ich mich an den eigentlichen Bau machen kann“, sagt Stefan Randlinger.

Leitstelle erreichbar

Die gesamte Anlage ist auf mehreren transportablen Platten aufgebaut und kann an unterschiedlichen Orten aufgebaut werden. Stefan Randlinger ist gerne bereit, die Anlage kleineren Gruppen in seinem Keller zu präsentieren, freut sich aber auch, wenn diese zu den unterschiedlichsten Anlässen gebucht wird. „Meine Leitstelle ist unter derrandlinger@aol.com für Anfragen jederzeit erreichbar“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

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