Wärme und Energie für Prutting

von Redaktion

Gemeinderäte diskutieren die passende Größe für eine zentrale Anlage

Prutting – Wärme und Energieversorgung, umweltfreundlich und dabei günstig, ist auch in Prutting ein Thema. Nahversorgungsnetze mit einer zentralen Energiequelle haben gegenüber vielen Einzelanlagen hinsichtlich Emissionen und Kosten Vorteile. Grund genug für die Pruttinger Verwaltung, über dieses wichtige Thema nachzudenken, zumal in naher Zukunft ein neuer Großverbraucher in der Ortsmitte hinzukommen wird: das Seniorenzentrum.

Standort hinter der
Schule angedacht

Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung trugen zwei Vertreter der Bayernwerk Natur, Christina Albrecht und Franz Völkl, entsprechende Überlegungen vor. Angeschlossen werden könnten nach diesem Konzept neben dem Seniorenzentrum auch die Schule, der Kindergarten sowie das Rathaus. Der Standort für Wärme und Energieerzeugung könnte dabei hinter der Schule sein, die Anlage selbst eine Kombination aus einem Pelletskessel und einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk. Die Realisierung würde durch die Bayernwerk Natur erfolgen, die eine Tochter der Bayernwerk AG ist. Ihr Geschäftsfeld ist es, dezentrale Energieerzeugungsnetze – sogenannte Quartierslösungen – zu planen, zu errichten und zu betreiben. Derzeit sind bayernweit 380 solcher Quartiersnetze in Betrieb.

Für die Gemeinderatsmitglieder bot der Vortrag viele Anregungen, ließ dabei aber noch einige Fragen offen: Vor allem die Tatsache, dass in dem Konzept Pellets als Energiequelle vorgesehen sind, störte einige Gemeinderäte. Peter Brunner (CSU/ parteifrei) etwa brachte als Alternative einen Hackschnitzelkessel ins Spiel, hiermit seien in der Region auch bei Versorgungsnetzen gute Erfahrungen gemacht worden. Das Gegenargument von Franz Völkl als Projektingenieur von Bayernwerk Natur hierzu: Hackschnitzel wären mit einem großen Staubanfall verbunden, was bei dem angedachten Standort der Heizzentrale im Ortskern ungünstig sei. Auch sei für die vorgesehene Netzausdehnung eine Hackschnitzelanlage nicht so groß zu dimensionieren, dass sie ihre Vorteile ausspielen könne.

Dieser Punkt brachte die Gemeinderäte zu der Überlegung, dass das Netz ja einfach weiter gefasst werden könnte. Damit seien dann zwar deutlich längere Rohrleitungsstrecken nötig und für die Heizzentrale auch ein anderer Standort. Es sei aber nachzuprüfen, ob dieser „Nachteil“ durch die größere Abnehmeranzahl nicht kompensiert werden würde.

Das Fazit, das die Gemeinderäte für sich daraus zogen, war, dass die Frage einer Quartierslösung von Grund auf angegangen und länger durchdacht werden müsste. „So geht mir das zu schnell“, sagte beispielsweise Stefan Schöne (FWB). Aus dieser Überlegung heraus waren sie auch einstimmig nicht dafür zu gewinnen, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen und bereits jetzt einen Förderantrag zu stellen.

Nach Feststellung der Verwaltung wäre mit diesem Antrag keinerlei Verpflichtung verbunden gewesen, ein Nahwärmenetz auch tatsächlich umzusetzen. Der Antrag hätte aber die Voraussetzung geschaffen, rasch handeln zu können. Für Bürgermeister Johannes Thusbaß (CSU) ist eine zeitnahe Entscheidung deshalb wichtig, weil dann das Seniorenheim, mit dessen Bau in 2022 begonnen wird, in das Netz zu integrieren wäre. „Aber auch beim Kindergarten steht eine Heizungserneuerung an“, so Thusbaß. „Beim Feuerwehrhaus ist diese sogar kaum noch hinauszuschieben.“

Bestehende Konzepte
vor Ort anschauen

Der Kompromiss, der am Ende gefunden wurde, beinhaltet, dass man sich zeitnah bestehende Nahwärmekonzepte ansehen will. Auch sollen die Pruttinger Bürger befragt werden, inwieweit sie prinzipielles Interesse an einem Anschluss an ein zukünftiges Nahwärmenetz hätten. Darauf aufbauend soll dann die mögliche Größe eines Pruttinger Nahwärmenetzes ermittelt und gleichzeitig auch der dafür passende Standort sowie die für die ermittelte Größe optimalen Energiequellen gefunden werden. Sind diese Voraussetzungen geklärt, könne auch der Förderantrag gestellt werden.

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