Neubeuern – Die Anteilnahme einer ganzen Dorfbevölkerung prägte die Trauerfeier für den allseits bekannten Neubeurer Lehrer, Klaus Mößner, in der Kirche von Altenbeuern. Sohn und Tochter mit den Familien trauern um einen beschützenden Familienmittelpunkt.
Geboren und aufgewachsen in der späteren DDR, lernte Klaus Mößner in jungen Jahren seine große Liebe Christine kennen. Die damaligen Ereignisse veranlassten Mößner dazu, Wochen und Tage vor dem Mauerbau in Berlin einiges von privater Habe in den Westteil der Stadt zu bringen. Fünf Tage vor dem Mauerbau verließ das junge Paar den ostdeutschen Teil. Neubeuern war für Mößner fortan zentraler Punkt seines Lebens. Nach seiner Ankunft im Inntal unterrichtete er an der Schule Schloss Neubeuern. Er war nicht nur Lehrer und Pädagoge, sondern auch Ansprechpartner, Helfer und ein Teil der Hausgemeinschaft – dies auch noch lange Jahre nach seinem beruflichen Ausscheiden. Sein Witz, sein eigener Humor, sein Wissen und seine Hilfsbereitschaft zeichneten Mößner aus. Dies spürten seine Schüler, aber auch das Umfeld und die dörfliche Gemeinschaft.
In der CSU fand er seine politische Heimat, geprägt mit dem Wissen seiner frühen Jahre in der DDR. Über 20 Jahre war er als Stellvertreter im CSU-Ortsverband tätig, war Initiator von Diskussionsabenden zur Bildungs- und Sicherheitspolitik. Im Nachruf dankte Vorsitzender Florian Gerthner für die zielgerichtete Arbeit von Klaus Mößner, der Ehrenmitglied des Ortsverbandes war.
Vor sechs Jahren ging ihm seine Ehefrau Christine im Tod voraus. Ein schmerzlicher Einschnitt, der nun das Leben von Klaus Mößner bestimmte. Die letzten Jahre verbrachte er in der Pflegeeinrichtung in Thansau. Die zunehmende Demenzerkrankung geißelte am Ende ein Leben voll Tat- und Schaffenskraft.
Die Trauerfeier begleiteten Streichmusik und Chorgesang. Pfarrer Michael Krauss fand Gleichnisse aus Bibeltexten und dem Leben des Verstorbenen und erinnerte an das aufbrechende Frühjahr, das für den Biologen, Natur- und Blumenfreund prägend war. swt