Stephanskirchen – „Seniorenbeauftragte im Homeoffice ist wirklich blöd“, fasst Hubert Lechner (Parteifreie) Renate Hanzekovics Situation trocken zusammen. Die Seniorenbeauftragte ist seit Juli 2020 im Amt und seitdem gibt es „Beschränkungen, Beschränkungen, Beschränkungen“, wie sie sagt. Untätig ist und war sie dennoch nicht, was auch zu sehen ist. Besonders populär bei den älteren Schloßbergern und Geheringern – und nicht nur bei denen: Die Bank am Lehr- und Selbstversorgergarten an der Ecke Lilien-/Kreuter Straße.
Mehrere Projekte angestoßen
Die ist ein wenig höher, mit Armlehnen ausgestattet und häufig besetzt. „Ich werde immer wieder gefragt, wo denn noch solche Bänke stehen“, erzählte Renate Hanzekovic erfreut bei ihrem Beauftragten-Bericht im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss.
An der Willibaldshöhe steht eine zweite, für die dritte ist Haidholzen schon vorgemerkt und weitere Bänke sollen folgen. „Das ist eine tolle Idee, wir helfen gerne bei der Verbreitung“, versicherte Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie).
Ein paar Meter neben dem Bankerl findet sich das zweite Projekt, das Renate Hanzekovic angestoßen und mit dem Obst- und Gartenbauverein umgesetzt hat: Im Lehr- und Selbstversorgergarten gibt es jetzt Hochbeete. Die können ab dem Frühjahr bepflanzt werden, sind auch rollstuhltauglich, weil sie unterfahren werden können. Die Wege zu den Hochbeeten hat der Bauhof so gestaltet, dass man mit Rollstuhl oder Rollator hinkommt, das Material spendierte die Gemeinde.
Smartphone, Tablet oder Laptop ermöglichen gerade in der kontaktarmen Corona-Zeit die Kommunikation mit anderen. Viele ältere Mitbürger haben da aber noch gewisse Berührungsängste. Deswegen baut Renate Hanzekovic gerade eine generationenübergreifende Digitalgruppe auf. Da helfen Gymnasiasten oder andere junge Menschen den reiferen Jahrgängen, sich mit den Geräten anzufreunden – und dann die liebe Freundin zwei Ortsteile weiter beim Telefonieren auch zu sehen. (Wer Hilfe braucht oder anbieten will, kann sich bei Renate Hanzekovic unter 08031/32300 oder senioren-stephanskirchen@web.de melden.) „Den Brückenschlag zwischen Jung und Alt finde ich klasse“, freute sich Janna Miller (Die Grünen). Und nicht nur sie. Die geplante Veranstaltungsreihe „Senioren im Rathausfoyer“ mit Wohnberatung, Vorstellung von Vereinen in der Seniorenberatung, Informationen von der Polizei und weiteren Vorträgen konnte pandemiebedingt noch nicht anlaufen. Sie soll jeden Monat am gleichen Tag zur gleichen Zeit stattfinden. Dem Bürgermeister, profunder Kenner der Ortsgeschichte, rang die Seniorenbeauftragte in der Sitzung einen Vortrag ab.
Ab dem Jahreswechsel bietet Renate Hanzekovic eine Seniorensprechstunde an. Jeden ersten Mittwoch im Monat ist sie, die sonst viel im Ort unterwegs ist, von 10 bis 14 Uhr unter der schon erwähnten Telefonnummer zu erreichen. Premiere ist am 5. Januar. Kontakt zu allen Vereinen in der Gemeinde, die in Sachen Seniorenarbeit aktiv sind, hatte Renate Hanzekovic schon 2020 aufgenommen. Die Zeit des Lockdowns nutzte sie dazu, sich bei Online-Veranstaltungen, unter anderem der Seniorenakademie, weiterzubilden. „Ich wollte und will dazulernen, zum Beispiel wissen, wo die Grenzen ehrenamtlicher Arbeit sind. Was man tun soll, was lieber lassen.“ Wenn es dann mal ging, nahm Renate Hanzekovic an Verstaltungen des Landratsamtes für die Seniorenbeauftragten der Gemeinde teil. Dabei seien tolle Kontakte entstanden. Sie habe auch festgestellt, dass die Stephanskirchener Beauftragten auf einer Insel der Seligen lebten. Nicht nur, weil die Zusammenarbeit untereinander sehr gut funktioniere, sondern weil sie Unterstützung von der Gemeinde haben.
Gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde
„In anderen Gemeinden werden die Kollegen oft alleine gelassen. Wenn ich was brauche, dann gehe ich zu Ursula Dreischl oder ihren Kollegen, gelegentlich auch zum Bürgermeister ins Rathaus und treffe auf offene Ohren“, so Renate Hanzekovic. Bei den Gemeinderäten auch, versicherte Uwe Klützmann-Hoffmann (SPD) und erntete Kopfnicken im Kollegenkreis. Lob gab es von Petra Schnell: „Ich finde Ihre Herangehensweise toll. Sie knüpfen Netzwerke. Und dafür sind Sie mit Ihrer offenen Art genau die Richtige!“