Zur Berichterstattung über den Ausbau der Kampenwandbahn und die Steinbrucherweiterung am Heuberg (Lokalteil):
Auf den ersten Blick mögen die Streitfragen um den Ausbau der Kampenwandbahn, die Erweiterung des Steinbruchs am Heuberg und den Klimaschutz nicht viel gemeinsam haben, geht es doch in den ersten beiden Fällen um eher lokale Themen und beim dritten um ein weltumspannendes Problem. Aber bei näherer Betrachtung wird bei allen drei sichtbar, dass es um das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen, den Schutz der Umwelt und nicht zuletzt das Wohl der Allgemeinheit geht.
Die Geschichte der vergangenen 70 Jahre verlief in der Regel nach der Maxime „Was der Wirtschaft nutzt, dient der Allgemeinheit, denn Wirtschaftswachstum schafft Arbeitsplätze und Wohlstand!“ Die Umwelt spielte in dieser Sichtweise eine eher untergeordnete Rolle, denn eine gesunde Umwelt und intakte Natur hat für sich keinen Preis, sondern ist beliebig verfügbar als Rohstoffquelle, Fläche für Straßen und Gebäude und als Lagerstätte für unsere Abfälle.
Diese Denkweise stößt nun im Zeichen der Klimakrise mehr und mehr an ihre Grenzen, denn es wird zunehmend deutlich, dass die Tragkraft des Ökosystems Erde sehr wohl Grenzen hat und es kein grenzenloses Wachstum geben kann, es sei denn, wir vernichten unsere eigenen Lebensgrundlagen wie Blattläuse auf der Wirtspflanze. Insofern dient Wachstum keineswegs automatisch dem Wohl der Allgemeinheit und das freie Spiel der Marktkräfte führt eher nicht zu einer gerechten Gesellschaft mit guten Lebenschancen für alle Menschen, auch wenn das die Vertreter der neoliberalen Ideologie nicht müde werden zu verkünden.
Was heißt das nun für die Bewertung der obigen Streitfragen? Wir brauchen eine neue Balance zwischen wirtschaftlichen Einzelinteressen und dem Wohl der Allgemeinheit!
Heribert Burdick
Bernau