Grüne Mitte und sozialer Wohnungsbau

von Redaktion

Bürgermeister Bernd Fessler spricht über die anstehende Gestaltung des Zentrums

Großkarolinenfeld – Ein Großprojekt hat die Gemeinde Großkarolinenfeld im vergangenen Jahr vor allem beschäftigt. Die Planungen für eine barrierefreie Wohnanlage inklusive Tagespflege, betreuter Wohngemeinschaften und öffentlichem Tagescafé an der Max-Josef-Straße zogen sich eineinhalb Jahre hin. Die Erschließung des Areals, auch über den Dimmlingweg sowie im Osten über eine neue Brücke parkähnlich an den Weiherweg soll im Frühjahr beginnen, der Baustart für die Wohnungen könnte im Herbst erfolgten. Großkarolinenfelder Bürger haben Vorrang beim Kauf der Wohnungen.

Erste Wohnanlage
feierte Richtfest

Die erste Wohnanlage „Betreutes Wohnen“ in Großkarolinenfeld feierte bereits Richtfest. Die Bewohner der Wohnanlage an der Bahnhofstraße mit 15 Wohnungen wird in Zukunft von der Nachbarschaftshilfe, die im Nachbargrundstück ihre Einrichtungen hat, betreut. Wenn die Baumaßnahme so zügig weiter geht, können, nach Auskunft von Bauherr Jürgen Drösel die ersten Mieter oder Besitzer der Wohnungen Mitte des nächsten Jahres einziehen.

Im Sommer ging der Netto-Markt in Flammen auf. Seit Oktober steht ein Verkaufszelt, der Brandstifter ist verurteilt und in Sicherheitsverwahrung. Derzeit läuft das Baugenehmigungsverfahren für den Wiederaufbau des abgebrannten Discounters an gleicher Stelle und in etwa gleicher Größe. „Das Verkaufs- und Lagerzelt wurde bis März 2023 genehmigt, sodass davon ausgegangen werden kann, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt der neue Markt öffnet“, so Fessler.

Großkarolinenfeld befindet sich seit mehreren Jahren im „Bayerischen Städtebauförderungsprogramm“. Bisher wurde der Bereich des Westheimer Platzes nebst Grünanlage (Bahnhof) gefördert sowie das Rathausumfeld. 2021 war Feinuntersuchung der „grünen Mitte“, des Bereichs zwischen den beiden Kirchen. Diese ist Grundlage für die weiteren Planungen zur Umgestaltung des Ortszentrums. Ein „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) ist Voraussetzung für die Förderung aller Maßnahmen in einem Städtebauförderungsprogramm und Grundlage für die gemeindliche Entwicklung der kommenden 15 Jahre. Hier ist auch der zweitgrößte Siedlungsschwerpunkt, Tattenhausen, eingebunden. Das ISEK wird von Gemeinderat und -verwaltung, Fachplanern und Bürgern gemeinsam ausgearbeitet.

Im April und August stand Tattenhausen nach Starkregenfällen unter Wasser. Derzeit laufen Untersuchungen um festzustellen, welche Abflussmengen bei unterschiedlichen Regenereignissen an bestimmten Orten in Tattenhausen zusammenlaufen. Erst dann kann die Gemeinde über Gegenmaßnahmen nachdenken. „Dieses Thema wird uns leider noch längere Zeit beschäftigen“, befürchtet Fessler.

Bike+Ride-Offensive
hat gestartet

Seit Ende 2015 stehen am Bahnhof 76 überdachte Fahrradabstellplätze zur Verfügung, die seinerzeit zusammen mit dem Ausbau der Bahnhofstraße und des Westheimer Platzes sowie der Park+Ride-Anlage am Bahnhof entstanden sind. Zumindest in der Zeit vor Corona waren diese Stellplätze regelmäßig belegt. Gleichzeitig ließen die Fahrrad-Abstellmöglichkeiten südlich der Bahn doch sehr zu wünschen übrig. Das soll soll sich ändern. Die Gemeinde hat sich bei der Bike+Ride-Offensive der Deutschen Bahn registriert, um kostengünstig eine zusätzliche Fahrradgarage zu schaffen. Los geht es, sobald die Förderzusage der Bahn da ist.

Bereits im Bau ist der Solarpark in Vogl. Auf dem knapp 100000 Quadratmeter großen Grundstück werden Solarmodule mit einer Fläche von etwa 62750 Quadratmetern errichtet. „Es dürfte sich dabei um eine der größten, wenn nicht die größte Anlage im Landkreis Rosenheim handeln“, so Fessler. Mit der Anlage könnten knapp 2400 Haushalte versorgt werden.

Im Jahr 2022 wird die Gemeinde laut Fessler schwerpunktmäßig die Planungen für die weitere Umgestaltung des Ortszentrums mit grüner Mitte und Neubau eines Kindergartens im Ortszentrum sowie den sozialen Wohnungsbau und die Ausweisung neuer Gewerbeflächen forcieren.

Rück- und Ausblicke:

Was hat die Gemeinden im Landkreis Rosenheim im vergangenen Jahr beschäftigt? Was kommt im Jahr 2022 auf sie zu? Die OVB-Heimatzeitungen haben bei den regionalen Bürgermeistern angefragt, um den Lesern einen Rück- und Ausblick zu geben.

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