Neue Strecke für den Brenner-Nordzulauf

Parallel zur Stammstrecke: Im Zuge der Planungen des Brenner-Nordzulaufs hat die Deutsche Bahn eine Alternative für den Abschnitt zwischen Niederaudorf und Flintsbach vorgeschlagen.Foto Schmidt

Parallel zur Stammstrecke: Im Zuge der Planungen des Brenner-Nordzulaufs hat die Deutsche Bahn eine Alternative für den Abschnitt zwischen Niederaudorf und Flintsbach vorgeschlagen.Foto Schmidt

Oberaudorfer Gemeinderat befürwortet Alternative für die Schnittstelle Niederaudorf

Von Korbinian Sautter

Oberaudorf – Die Diskussionen um die Trasse des Brenner-Nordzulaufs an der Schnittstelle Niederaudorf haben wieder Fahrt aufgenommen. Der Grund: Die Deutsche Bahn hat für die Vorplanung des umstrittenen Streckenabschnitts zwischen Oberaudorf und Flintsbach ein neues Regionalforum eingerichtet. Bei der ersten Sitzung im November wurde eine Alternative für den oberirdischen Teil der violetten Trasse ausgearbeitet.

Landwirtschaft
könnte profitieren

Anstatt die Schienen wie bisher geplant auf den Feldern neben der Autobahn entlanglaufen zu lassen, könnte die Schnittstelle alternativ entlang der bisherigen Stammstrecke verlegt werden. Der Gemeinderat Oberaudorf bekam die neueste Idee nun vorgelegt und sieht darin einen Schritt in die richtige Richtung. „Die Alternativplanung würde die Bauern entlasten, da die landwirtschaftlichen Flächen nicht komplett zerschnitten werden“, meint Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt (FW) . Grundsätzlich hält er es daher für sinnvoll, sich für die neue Variante auszusprechen.

Diese sieht vor, dass der Brenner-Nordzulauf von Österreich aus kommend bei Niederaudorf aus einem Tunnel auftaucht und anschließend bis zur Höhe Kirnstein oberirdisch an der bereits vorhandenen Stammstrecke entlangläuft. Diese würde gemäß den Plänen der DB Netz an diesem rund fünf Kilometer langen Abschnitt ausgebaut werden, um das alte mit dem neuen Netz zu verbinden. Bisher war der Verlauf des Brenner-Nordzulaufs direkt neben der Inntalautobahn vorgesehen. „Das ist zwar nicht die schönste Lösung, aber damit könnten wir besser Leben“, meint Gemeinderatsmitglied Katharina Kern (CSU). Dabei spielt sie auf die schon seit langem diskutierte unterirdische Variante an, für die sich die Gemeinden im Inntal weiterhin stark machen wollen. Im Raum steht dabei eine Schnittstelle, die in den Wildbarren eingebaut werden soll, um die Einwohner zukünftig möglichst wenig zu tangieren.

Im März 2021 hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zugesagt, diese Möglichkeit vom Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung prüfen zu lassen (wir berichteten). Eine abschließende Bewertung der Lage steht laut einem Sprecher des Zentrums jedoch nach wie vor aus. Wann genau die Machbarkeitsstudie abgeschlossen ist, sei noch nicht abzusehen. Die DB Netz hat allerdings ein Statement abgegeben, wonach eine Verlegung in die Bergflanke des Wildbarren aus betrieblichen, wirtschaftlichen und genehmigungsrechtlichen Gründen derzeit nicht geplant ist. Als Alternative bringt das neue Regionalforum, bei dem sich die Mitarbeiter der Deutschen Bahn mit den lokalen Gegebenheiten auseinandersetzen, nun die neue Variante ins Spiel. Nach der ersten Sitzung sollen beide Streckenführungen „gleichwertig und ergebnisoffen“ geprüft werden.

Laut Bernhardt könnten bereits Mitte Januar die ersten Ergebnisse vorliegen. Basierend auf der Rückmeldung aus dem Gemeinderat, will der Rathauschef die Route über die Stammstrecke zumindest zweitrangig befürworten. „Denn unabhängig davon unterstützt Oberaudorf nach wie vor das Ansinnen, die Trasse vollständig in den Berg zu verlegen.“

Vorplanung soll 2026
abgeschlossen sein

Bis eine endgültige Entscheidung über die Schnittstelle Niederaudorf getroffen ist, wird es laut dem Zeitplan der Deutschen Bahn noch eine Weile dauern. Im Frühjahr ist die nächste Sitzung des Regionalforums geplant. Die Phase der Vorplanung für den umstrittenen Abschnitt soll erst im Jahr 2026 abgeschlossen sein.

Oberaudorf wird sich bis dahin weiter bemerkbar machen, wie Gemeinderätin Kern betont. „Wir sollten uns da immer weiter einbringen und nicht lockerlassen. Man sieht ja, dass es was bringt.“

Samstag, 11. Juli 2026
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